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Eisenpräparate besser vertragen – mit Lactobacillus plantarum 299v

17.07.2026 // Lesezeit ca. 6 Minuten

Apotheken-Newsletter Juli 2026 

Eisenmangel am HV-Tisch: Ein unterschätztes Problem mit bekannter Lösung 

Kennen Sie das? Eine Kundin kommt mit einem Rezept für Eisensulfat oder Eisenfumarat. Sie geben ihr das Präparat, erklären die wichtigsten Einnahmehinweise – und drei Wochen später ist sie wieder da. Nicht für eine Folgepackung, sondern weil sie die Tabletten abgesetzt hat. Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit. „Ich vertrage es einfach nicht.“

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Dieses Szenario passiert täglich in deutschen Apotheken – die gastrointestinale Intoleranz bei oraler Eisentherapie ist ein bekanntes Problem. Bis zu 70 % der Patienten brechen ihre Eisensupplementation vorzeitig ab(1), weil die Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt für sie schlicht nicht tolerierbar sind.(1) Die Folge: Der Eisenmangel bleibt bestehen, die Patientin fühlt sich weiterhin erschöpft, blass und leistungsgemindert – und die Therapie ist gescheitert, bevor sie richtig begonnen hat.

Als Apothekerin oder PTA am HV-Tisch haben Sie die Chance, genau hier den Unterschied zu machen. Mit einer gezielten Zusatzempfehlung können Sie die Therapietreue Ihrer Kunden deutlich verbessern – und das ist wissenschaftlich belegt. Dieser Artikel erklärt Ihnen, wie.

Kurzer Hintergrund: Eisenmangel ist häufiger, als Sie denken

Eisenmangel ist weltweit der zweithäufigste ernährungsbedingte Mangelzustand(4) – und in der Apotheke begegnen Sie seinen Betroffenen täglich, ohne es immer sofort zu merken. Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Haarausfall, blasse Haut, Kopfschmerzen: Viele dieser Beschwerden, die Kunden beiläufig erwähnen, können auf einen Eisenmangel hinweisen.

Besonders häufig betroffen sind:

  • Frauen im gebärfähigen Alter durch monatliche Blutverluste
  • Schwangere und Stillende durch erhöhten Bedarf
  • Kinder und Jugendliche in Wachstumsphasen
  • Vegetarier und Veganer, da pflanzliches Eisen (Fe³⁺) deutlich schlechter absorbiert wird als tierisches (Fe²⁺)
  • Menschen mit chronischen Darm- oder Magenerkrankungen wie Morbus Crohn, Zöliakie oder atrophischer Gastritis können Eisen schlechter resorbieren

Liegt eine Eisenmangelanämie vor, ist eine orale Eisentherapie in der Regel der erste Schritt – günstig, gut verfügbar und effektiv, wenn sie durchgehalten wird.

Warum brechen Patienten die Therapie ab? Der Mechanismus der Nebenwirkungen – einfach erklärt(1)

Um gezielt beraten zu können, hilft es zu verstehen, was im Darm passiert, wenn jemand ein orales Eisenpräparat einnimmt.

Das Problem beginnt mit einem schlichten biochemischen Fakt: 80–90 % des oral eingenommenen Eisens werden nicht im Dünndarm resorbiert.(5) Es bleibt unresorbiert im Darmlumen – und dort richtet es Schaden an.

Freies Eisen im Darm ist chemisch hochreaktiv. Es löst oxidativen Stress aus, reizt die empfindliche Darmschleimhaut und fördert das Wachstum pathogener Bakterien. Diese verdrängen die schützende, gesunde Darmmikrobiota und stören damit das sensible mikrobielle Gleichgewicht. Die Folgen sind spürbar:

  • Obstipation durch gestörte Darmmotilität
  • Übelkeit und Bauchschmerzen durch Schleimhautreizung und Entzündungsreaktionen
  • Dunkler Stuhl – zwar harmlos, aber für viele Patienten erschreckend

Das Ergebnis dieser Nebenwirkungskaskade: Die Patientin setzt das Eisenpräparat ab. Nicht weil sie nicht will – sondern weil ihr Körper reagiert.

Was leistet Lactobacillus plantarum 299v?

Genau an dieser Stelle setzt die probiotische Begleitung mit Lactobacillus plantarum 299v (kurz: LP299V®) an. Dieser spezifische Bakterienstamm aus der Ordnung der Lactobacillales (Milchsäurebakterien) ist einer der am besten erforschten Probiotika-Stämme überhaupt(6) – und er besitzt Eigenschaften, die ihn für die Ergänzung zur Eisensupplementation besonders geeignet machen.

L. plantarum 299v kann die Eisenaufnahme auf 3 Wegen verbessern:

  1. Verbessertes Resorptionsmilieu durch pH-SenkungL. plantarum 299v produziert kurzkettige Fettsäuren, die das lokale Milieu ansäuern. Das ist wichtig, weil Eisen im sauren Milieu bevorzugt in seiner zweiwertigen Form (Fe²⁺) vorliegt – und nur Fe²⁺ kann über die Darmschleimhaut resorbiert werden. Dreiwertiges Eisen (Fe³⁺) hingegen wird kaum aufgenommen. LP299V® kann also durch Absenkung des lokalen pH-Werts dafür sorgen, dass mehr Eisen in der resorbierbaren Form zur Verfügung steht.(6)
  2. Aktivierung körpereigener EnzymaktivitätL. plantarum 299v kann das körpereigene Enzym Duodenal-Cytochrom-B stimulieren, das im Dünndarm für die Umwandlung von Fe³⁺ in die resorbierbare Form Fe²⁺ zuständig ist.(6)
  3. Schleimhautschutz durch Mucin-Induktion – LP299V® regt die Becherzellen der Darmwand zur verstärkten Produktion von schützenden Mucinen (Schleimstoffen) an und hat gezeigt, dass er Entzündungsreaktionen an der Schleimhaut reduziert.(6)

Die Studienlage – das Wichtigste in Kürze

Die Wirksamkeit von LP299V® als Ergänzung zur Eisensupplementation ist durch mehrere placebokontrollierte klinischen Studien belegt. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse, die Sie für Ihre Beratung kennen sollten:

Verträglichkeit, Therapietreue und besserer Eisenstatus(1)

In einer randomisierten, kontrollierten Studie mit 295 Patienten mit Eisenmangelanämie wurden orale Eisentherapie allein und orale Eisentherapie plus LP299V® verglichen. Die Effekte wurden über 30 Tage beobachtet.

Parameter Eisen allein Eisen + LP299V®
Gastrointestinale Begleiterscheinungen 46,5 % 13 %
Therapieabbruch 17,8 % 5,8 %
  • 72 % weniger gastrointestinale Nebenwirkungen
  • 67 % weniger Therapieabbrüche
  • Häufigste Abbruchgründe in der Kontrollgruppe: Obstipation, Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Die Eisenwerte (Ferritin, Hämoglobin, Serum-Eisen und TSAT) waren nach 3 Monaten in der LP299V®-Gruppe signifikant besser

Beliebte Kapselform(1–4,6)

In allen Studien liegt LP299V® in Kapselform vor und steigert die Eisenabsorption signifikant – eine direkte Bestätigung des absorptionssteigernden Effekts in der für die Apotheke relevanten Darreichungsform.

Studiendaten in der Schwangerschaft(3)

Für Ihre schwangeren Kundinnen besonders relevant: Laut einer weiteren placebokontrollierten Studie hatten 326 schwangere Frauen, die präventiv bis zur Geburt des Kindes eine Eisensupplementierung erhielten, mit der ergänzenden LP299V®-Einnahme in der 35. Schwangerschaftswoche einen signifikant besseren Eisenstatus als die Placebo-Gruppe:

  • Eisenmangel: 59 % vs. 78 % (Placebo-Gruppe)
  • Eisenmangelanämie: 7,4 % vs. 21 % (Placebo-Gruppe)

Ihr Beratungsskript am HV-Tisch

Konkrete Formulierungen für Ihr Beratungsgespräch

Aufklärung zum Eisenpräparat:

„Eisenpräparate helfen sehr gut – aber viele Menschen merken, dass der Bauch dabei nicht immer mitmacht. Verstopfung, Übelkeit und Bauchschmerzen sind leider ein bekanntes Problem. Darf ich Ihnen etwas zeigen, was dabei helfen kann?“

Ihre Empfehlung:

„Es gibt Innovall(R) RDS mit einem speziell erforschten Bakterienstamm – Lactobacillus plantarum 299v. Er schützt Ihre Darmschleimhaut bei der Eisensupplementierung und hilft gleichzeitig, das Eisen besser aufzunehmen. In Studien hatten Patienten, die Innovall(R) RDS zu einem Eisenpräparat genommen haben, deutlich weniger Begleiterscheinungen – und sie haben ihre Eisentherapie viel häufiger durchgehalten. Ganz einfach, eine Kapsel täglich reicht.“

„In der Schwangerschaft ist Eisen besonders wichtig – denn häufig verschlechtern sich die Eisenwerte im Verlauf einer Schwangerschaft aufgrund des steigenden Eisenbedarfs. Gleichzeitig ist der Darm in dieser Zeit oft noch empfindlicher. Es gibt gute Studiendaten, dass Lactobacillus plantarum 299v die Verträglichkeit verbessert und auch die Eisenaufnahme unterstützt. Ich empfehle Ihnen Innovall(R) RDS einmal täglich dazu. Die Einnahme ist auch in der Schwangerschaft möglich.“

Allgemeine Einnahmehinweise, die Sie immer mitgeben sollten:

  • Eisen möglichst auf nüchternen Magen und mit einem Glas Orangensaft einnehmen (Vitamin C verbessert die Absorption)
  • Keine gleichzeitige Einnahme mit Kaffee, Tee, Milch oder Kalzium-Präparaten
  • Dunkler Stuhl ist normal und harmlos – bitte nicht erschrecken
  • Das Eisenpräparat und Innovall(R) RDS können gleichzeitig eingenommen werden
  • Einnahmezeitpunkte des Eisenpräparats nicht auf 2 Tageszeitpunkte aufteilen(5) (besser einen Einnahmezeitpunkt wählen, z. B. morgens Eisenpräparat und Probiotikum zusammen einnehmen)
  • Auch wenn sich die Symptome der Eisenmangelanämie verbessern: Therapie nicht vorzeitig abbrechen – die Eisenspeicher brauchen Zeit, um sich aufzufüllen

Warum sollten die Einnahmezeitpunkte bei der oralen Eisentherapie nicht gesplittet werden?

Nach oraler Eiseneinnahme stimuliert die intestinale Absorption das Leberhormon Hepcidin, dessen Serumspiegel bereits 6–8 Stunden nach der ersten Dosis signifikant ansteigt und für bis zu 24 Stunden erhöht bleibt. Hepcidin hemmt das Transportprotein Ferroportin an der intestinalen Mukosa und blockiert dadurch den Eintritt von Eisen in den Blutkreislauf. Werden Eisenpräparate mehrfach täglich eingenommen, trifft die zweite oder dritte Dosis auf bereits erhöhte Hepcidin-Spiegel, was die fraktionelle Eisenabsorption um bis zu 45 % reduziert und die Mehrfachdosierung gegenüber einer täglichen Einzeldosis ineffizient macht.(5)

Innovall(R) RDS – Ihre Empfehlung: Das Wichtigste zum Produkt

Innovall(R) RDS enthält den spezifischen Bakterienstamm Lactobacillus plantarum 299v in genau der Dosierung und Formulierung, die in den hier vorgestellten klinischen Studien eingesetzt wurde. Das macht den Unterschied: Nicht jedes Probiotikum enthält diesen spezifischen Stamm, und die Studiendaten gelten ausschließlich für LP299V® – nicht für andere Lactobacillus plantarum-Stämme. Das Eisenpräparat und Innovall(R) RDS können gleichzeitig eingenommen werden.

Produktdaten auf einen Blick:

Einnahme 1 Kapsel täglich, 30 Tage
Produkteigenschaften Vegan, gluten-, laktose- und fruktosefrei

Fazit: Eine einfache Empfehlung mit großer Wirkung

Eisenmangel ist häufig, gut behandelbar – und scheitert trotzdem oft an der Therapietreue. Als Apothekerin oder PTA können Sie mit einer gezielten Produktempfehlung entscheidend dazu beitragen, dass Ihre KundInnen ihre Eisentherapie wirklich durchhalten.

Die Datenlage für Lactobacillus plantarum 299v zeigt: weniger Begleiterscheinungen, weniger Therapieabbrüche, bessere Eisenwerte – und das alles mit einer einzigen Kapsel täglich.

Ihr Impuls für den Juli: Prüfen Sie, wie oft Sie im letzten Monat ein Eisenpräparat abgegeben haben – und überlegen Sie, bei wie vielen dieser Beratungen Innovall(R) RDS eine sinnvolle Ergänzung gewesen wäre. Schon ein kurzer Hinweis am HV-Tisch kann den Unterschied machen.

Quellenangaben

 

  1. Koker G, Sahinturk Y, Ozcelik Koker G, Coskuner MA, Eren Durmus M, Catli MM, Cekin AH. Lactobacillus plantarum 299v supplementation reduces gastrointestinal side effects and improves compliance in iron-deficiency anaemia: a randomised controlled trial. Br J Nutr. 2024;132(10):1308–1316.
  2. Axling, U.; Önning, G.; Martinsson Niskanen, T.; Larsson, N.; Hansson, S. R.; Hulthén, L. The effect of Lactiplantibacillus plantarum 299v together with a low dose of iron on iron status in healthy pregnant women: A randomized clinical trial. Acta Obstet. Gynecol. Scand. 2021, 100 (9), 1602–1610. DOI: 10.1111/aogs.14153.
  3. Schrage B, Rübsamen N, Schulz A, Münzel T, Pfeiffer N, Wild PS, Beutel M, Schmidtmann I, Lott R, Blankenberg S, Zeller T, Lackner KJ, Karakas M. Iron deficiency is a common disorder in general population and independently predicts all-cause mortality: results from the Gutenberg Health Study. Clin Res Cardiol. 2020;109(11):1352–1357. doi: 10.1007/s00392-020-01631-y.
  4. Moretti D, Goede JS, Zeder C, Zeder C, Mülhaupt C, Cepeda-Lopez AC, Zimmermann MB. Oral iron supplements increase hepcidin and decrease iron absorption from daily or twice-daily doses in iron-depleted young women. Blood. 2015;126(17):1981–1989. doi: 10.1182/blood-2015-05-642223.
  5. Verordnungen (GKV, PKV und Grüne Rezepte) von Gastroenterologen gemäß ICD-Code K58 Reizdarmsyndrom in Deutschland, Datenquelle: IQVIA, IMS® Diagnosis Monitor
  6. Arvidsson Nordström, E.; Teixeira, C.; Montelius, C.; Jeppsson, B.; Larsson, N. Lactiplantibacillus plantarum 299v (LP299V®): three decades of research. Benef. Microbes 2021, 12 (5), 441–465. DOI: 10.3920/BM2020.0191.

Antibiotika und das Mikrobiom: Was aktuelle Studien für die Beratungspraxis bedeuten.

12.06.2026 // Lesezeit ca. 5–7 Minuten

Apotheken-Newsletter Juni 2026 

Eine Situation, die viele aus dem Apothekenalltag kennen: Eine Kundin steht am HV-Tisch, hält ihr Rezept für ein Antibiotikum in der Hand und fragt, wie sie den Magen-Darm-Beschwerden vorbeugen kann, die sie nach einer früheren Antibiotika-Einnahme hatte. 

Was auf den ersten Blick nach einem alltäglichen Beratungsgespräch klingt, berührt eine klinisch relevante Frage der aktuellen Mikrobiomforschung. Zwei neue Studien aus dem Fachjournal Nature Medicine zeigen übereinstimmend: Antibiotika verändern das Darmmikrobiom langfristig – und diese Veränderungen lassen sich im Stoffwechsel des gesamten Körpers nachweisen. 

Was das für die tägliche Beratung bedeutet, welche Rolle das Metabolom dabei spielt und wie ein gezielter, frühzeitiger Ansatz ab dem ersten Tag der Antibiotika-Einnahme aussehen kann – das ist Thema dieses Newsletters. 

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Was die aktuelle Forschung zeigt

Studie 1: Langfristige Mikrobiomveränderungen nach Antibiotikabehandlung

Forscher um Gabriel Baldanzi (Universität Uppsala) haben individuelle Verschreibungsdaten mit detaillierten Mikrobiom-Analysen verknüpft.(1) Grundlage waren drei schwedische Bevölkerungskohorten mit insgesamt 14.979 Teilnehmenden. Methodisch bemerkenswert ist der Verzicht auf Erinnerungsfragebögen – stattdessen wurden tatsächliche Verschreibungsdaten aus nationalen Registern genutzt, was die Aussagekraft der Ergebnisse gegenüber früheren Studien stärkt.

Das zentrale Ergebnis:

Bereits eine einzige Antibiotikabehandlung, die vier bis acht Jahre zurückliegt, ist mit einer signifikant reduzierten Diversität des Darmmikrobioms assoziiert.

— Baldanzi et al., Nature Medicine, 2026

Nicht alle Antibiotika wirken sich dabei gleich aus. Besonders ausgeprägte Veränderungen wurden nach Clindamycin, Flucloxacillin und Fluorchinolonen beobachtet – aber auch gängige Antibiotikaklassen wie Penicilline und Makrolide zeigten messbare Effekte. Die Veränderungen waren zudem dosisabhängig: Je mehr Behandlungen stattgefunden hatten, desto ausgeprägter war der Diversitätsverlust. Die Forscher identifizierten 101 Bakterienspezies, deren Häufigkeit mit früherer Antibiotikaeinnahme korrelierte – viele davon mit kardiometabolischen Markern assoziiert.(1)

Studie 2: Mikrobiomdiversität und Stoffwechsel – ein unterschätzter Zusammenhang

Eine ergänzende Studie von Wu et al. liefert den mechanistischen Hintergrund.(2) Untersucht wurde an 1.167 Probanden, wie stark das Darmmikrobiom das sogenannte Plasma-Metabolom beeinflusst – also die Gesamtheit der Stoffwechselmoleküle, die im Blut zirkulieren.

Die wesentlichen Befunde:

  • Das Darmmikrobiom erklärt knapp 30 % der Varianz aller zirkulierenden Stoffwechselmarker im Blut.
  • Bei Menschen mit gestörter Blutzuckerregulation oder Typ-2-Diabetes waren 502 Stoffwechselmarker im Blut verändert – davon waren 28,5 % mikrobiellen Ursprungs.
  • 65,9 % der veränderten Stoffwechselmarker ließen sich durch Lebensstiländerungen wie Ernährungsumstellung und Sport wieder normalisieren – aber eben nicht alle.(2)

Darm und Stoffwechsel – der Zusammenhang im Überblick

Was Darmbakterien über die Verdauung hinaus leisten

Das Darmmikrobiom erfüllt Aufgaben, die über die Verdauungsfunktion deutlich hinausgehen. Die dort angesiedelten Bakterien produzieren kontinuierlich Stoffwechselprodukte, die ins Blut übergehen und dort als Signalmoleküle wirken – für das Immunsystem, die Insulinregulation, die Integrität der Darmbarriere, Entzündungsprozesse und das Nervensystem.

Diese Moleküle werden in der Wissenschaft als Metaboliten bezeichnet; ihre Gesamtheit bildet das Metabolom.

Wie sich beide Studien ergänzen

Die Verbindung beider Befunde ergibt folgendes Bild:

Antibiotika → reduzierte Mikrobiomdiversität(1) → veränderte Metabolitenproduktion im Darm → verändertes Blut-Metabolom(2) → messbare Auswirkungen auf Blutzuckerregulation und kardiometabolische Gesundheit

Wenn Antibiotika die Diversität des Mikrobioms über mindestens vier bis acht Jahre reduzieren können, fehlt dem Körper über diesen Zeitraum ein Teil seines mikrobiellen Stoffwechselrepertoires. Die Daten von Wu et al. zeigen außerdem, dass Lebensstiländerungen zwar einen relevanten Anteil der veränderten Stoffwechselmarker normalisieren können, jedoch nicht alle. Dieser Aspekt verdeutlicht, warum es sinnvoll ist, frühzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen, anstatt erst nach Abschluss der Therapie zu reagieren.(2)

Ein Bild für das Beratungsgespräch

Wer Kundinnen und Kunden einen intuitiven Zugang zu diesem Thema ermöglichen möchte, kann folgendes Bild verwenden:

Das Darmmikrobiom ist wie ein gut eingespieltes Orchester. Antibiotika schalten bestimmte Instrumente ab – manchmal leider unvermeidlich. Was fehlt, ist nicht nur der Klang eines Instruments, sondern die gesamte Harmonie. Und diese Harmonie erzeugt nicht nur Musik im Darm – sie schickt Signale in den ganzen Körper: ans Immunsystem, an den Stoffwechsel und an das Herz-Kreislauf-System.

Innovall(R) AB+ – Zusammensetzung und klinische Datenlage

Innovall(R) AB+ enthält vier Bakterienstämme (Bifidobacterium lactis Bi-07®, Bifidobacterium lactis Bl-04®, Lactobacillus acidophilus NCFM®, Lactobacillus paracasei Lpc-37®), deren Kombination auf den Einsatz als Begleittherapie während einer Antibiotikabehandlung ausgerichtet ist.

Forssten et al.(3) zeigen, dass diese Stammkombination während einer Antibiotikabehandlung zur Stabilisierung der intestinalen Mikrobiota beitragen kann. Gemessen wurden signifikante Effekte auf Bacteroides, Enterobacteriaceae (p = 0,006) und Bifidobacterium (p = 0,030). Innovall(R) AB+ ist in den Guidelines der World Gastroenterology Organisation gelistet.

Präventiver Ansatz: Warum der Zeitpunkt eine Rolle spielt

Die Studienlage legt nahe, dass die Unterstützung des Mikrobioms während einer Antibiotikabehandlung sinnvoller ist als ein Abwarten bis zum Ende der Therapie.(3) Wenn Antibiotika das Mikrobiom bereits in den ersten Tagen verändern und diese Veränderungen langfristig persistieren können,(1) ist ein früher Beginn – ab dem ersten Tag der Einnahme – ein nachvollziehbarer Ansatz.

Ein Punkt, der in der Beratung leicht übergangen wird: Das Probiotikum sollte mit einem Abstand von mindestens 2 Stunden zum Antibiotikum eingenommen werden, damit die zugeführten Stämme nicht unmittelbar durch das Antibiotikum beeinträchtigt werden. Dieser Hinweis gehört zur vollständigen Beratung.

Die aktuelle Forschung zeigt insgesamt, dass die Folgen einer Antibiotikabehandlung für das Mikrobiom weder auf den Behandlungszeitraum begrenzt noch auf die Darmgesundheit allein beschränkt sind. Sie sind systemisch und können über das Metabolom bis in die Regulationsebene des Stoffwechsels reichen.(1,2) Ein evidenzbasiertes Produkt wie Innovall(R) AB+, das für genau diese Situation entwickelt und klinisch geprüft wurde,(3) lässt sich in diesem Kontext sachlich begründen.

Beratungshinweise für die Apotheke

Folgende Punkte haben sich als hilfreich erwiesen, wenn Kundinnen und Kunden ein Antibiotikum abholen:

  • Den Moment aktiv nutzen. Der Zeitpunkt der Abgabe des Antibiotikums ist ideal, um auf die Möglichkeit einer begleitenden Mikrobiom-Unterstützung hinzuweisen – auch ohne dass der Kunde danach fragt. Eine sachliche Eröffnung wie „Darf ich Ihnen noch einen Tipp geben, was Sie begleitend für Ihr Darmmikrobiom tun können?“ schafft Raum, ohne Druck auszuüben.
  • Langzeiteffekte sachlich ansprechen. Die Daten zeigen, dass bereits eine einzige Antibiotika-Kur das Mikrobiom messbar verändern kann – über einen Zeitraum von mehreren Jahren.(1) Das ist ein nachvollziehbares Argument für eine begleitende Unterstützung. Empfehlenswert ist eine präventive Begleitmaßnahme, die die nötige Antibiotikatherapie sinnvoll ergänzt – und keinesfalls dazu führen sollte, diese abzulehnen.
  • Metabolom-Zusammenhang einfach erklären. Wenn Kundinnen und Kunden fragen, warum das Mikrobiom über die Verdauung hinaus relevant ist, lässt sich der Zusammenhang zum Blut-Metabolom verständlich darstellen: Fast ein Drittel der Stoffwechselveränderungen im Blut bei Menschen mit gestörter Blutzuckerregulation ist mikrobiellen Ursprungs.(2)
  • Einnahme ab Tag 1 empfehlen. Innovall(R) AB+ wird ab dem ersten Tag der Antibiotika-Einnahme eingenommen – nicht erst danach. Dieser Punkt sollte aktiv kommuniziert werden, da viele Kundinnen und Kunden das Gegenteil erwarten.
  • 2-Stunden-Abstand erklären. Der Abstand von mindestens zwei Stunden zwischen Antibiotikum und Probiotikum ist für die Wirksamkeit relevant und sollte nicht vergessen werden.
  • Weitereinnahme nach Therapieende ansprechen. Sieben Tage nach Abschluss der Antibiotikatherapie fortführen – das ist Teil der empfohlenen Anwendung und für Kundinnen und Kunden nicht immer selbstverständlich.
  • Stammspezifität erläutern, wenn gefragt. Nicht jedes Probiotikum ist für jede Situation geeignet. Die verfügbare Evidenz ist immer stammspezifisch und lässt sich nicht auf andere Produkte übertragen, auch wenn diese derselben Spezies angehören. Dieser Hinweis stärkt die Beratungskompetenz der Apotheke.

Quellen

  1. Baldanzi, G.; Larsson, A.; Sayols-Baixeras, S.; Dekkers, K. F.; Hammar, U.; Nguyen, D.; Graells, T.; Ahmad, S.; Gazolla Volpiano, C.; Meric, G.; Järhult, J. D.; Tängdén, T.; Ludvigsson, J. F.; Lind, L.; Sundström, J.; Michaëlsson, K.; Ärnlöv, J.; Kennedy, B.; Orho-Melander, M.; Fall, T. Antibiotic use and gut microbiome composition links from individual-level prescription data of 14,979 individuals. Nat. Med. 2026, published March 11, 2026. DOI: 10.1038/s41591-026-04284-y. PMID: 41814006; PMC: PMC13099378.
  2. Wu, H.; Lv, B.; Zhi, L.; Shao, Y.; Liu, X.; Mitteregger, M.; Chakaroun, R.; Tremaroli, V.; Hazen, S. L.; Wang, R.; Bergström, G.; Bäckhed, F. Microbiome–metabolome dynamics associated with impaired glucose control and responses to lifestyle changes. Nat. Med. 2025, 31, 2222–2231. DOI: 10.1038/s41591-025-03642-6. PMC: PMC12283354.
  3. Forssten, S. D.; Yeung, N.; Ouwehand, A. C. Fecal Recovery of Probiotics Administered as a Multi-Strain Formulation during Antibiotic Treatment. Biomedicines 2020, 8 (4), 83. DOI: 10.3390/biomedicines8040083. PMID: 32283645; PMC: PMC7235824.
    Das sind die 3 vollständigen Quellen für den Apotheken Artikel.

Der Darm entscheidet mit – auch am HV-Tisch

05.05.2026 // Lesezeit ca. 5–7 Minuten

Der Handverkauf ist längst mehr als nur die Abgabe von Produkten: Er ist ein entscheidender Moment. Wer täglich Beratungsgespräche zu Allergien, Erschöpfung oder wiederkehrenden Infekten führt, stößt häufig auf einen gemeinsamen Nenner: eine gestörte Darm-Immunachse. Mikrobiom-Dysbalancen – nicht selten arzneimittelinduziert, etwa durch die Einnahme von Antibiotika, Protonenpumpenhemmern oder NSAR – verschieben das immunologische Gleichgewicht nachhaltig und erhöhen gleichzeitig den Bedarf an Mikronährstoffen und Antioxidantien. Im Interview mit Dr. Robert Barring vom Institut für funktionelle Medizin und Stressmedizin (IFMS) erfahren Sie, wie Sie diese Zusammenhänge im Beratungsalltag gezielt nutzen können und warum die IHK-Weiterbildung zum Mikrobiomberater Ihre HV-Kompetenz auf ein neues Niveau hebt.

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Von Allergie bis Autoimmunerkrankung: Funktionelle Medizin beginnt im Darm

Experten-Interview mit Arzt Robert Barring – Ulm, 18.01.2026

Was ist funktionelle Medizin und welche Rolle spielen dabei die Apotheken? Warum ist der Darm so wichtig? Und ganz praxisnah: Was können wir Patienten bei Allergie raten? All das erklärt Robert Barring im Interview mit Sophie Schulze von Innovall (R).

Sophie Schulze: Was genau ist funktionelle Medizin?

Robert Barring: „Begriffe wie ganzheitliche Medizin oder integrative Medizin sind sehr ausgebrannt. Ich habe den Namen „Funktionelle Medizin“ geprägt für eine wissenschaftsorientierte, evidenzbasiert ausgerichtete und studiengesicherte Therapieform. Sie stellt vor allen Dingen eine Frage: Was steckt wirklich hinter den Erkrankungen? Denn es geht nicht um Symptombehandlung, sondern Ursachenbehandlung.“

Sophie Schulze: Ihre Patienten kommen aus ganz Deutschland zu Ihnen. Woran liegt das?

Robert Barring: „Viele Patienten sind unzufrieden und haben keinen Erfolg, wenn sie von Arzt zu Arzt und von Fachrichtung zu Fachrichtung geschickt werden, aber keiner einen Gesamtblick hat oder Verbindungen sieht. Einer guckt die Lunge an, ein weiterer behandelt den Blutzucker, aber keiner sieht, dass es für alles einen Zusammenhang gibt. Die Wurzel gilt es herauszufinden – und dann die Ursache auszuschalten.“

Sophie Schulze: Und was bedeutet das konkret…?

Robert Barring: „Eine tiefe Ursachensuche basiert auf einer gründlichen Anamnese, schließt Genetik und Spezial-Untersuchungen ebenso ein wie die Suche nach Umweltbelastungen oder Mängelzuständen. Denn diese können bei Belastungen sehr stark sein. Basierend darauf werden individuelle Lösungsmöglichkeiten und Konzepte angewandt. Bei Multipler Sklerose oder Krebserkrankungen oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen geht es beispielsweise darum, die Krankheitsbeschwerden zu lindern, das Leben zu verlängern, die Chemotherapie besser wirksam und nebenwirkungsärmer zu gestalten. Es geht aber auch um Leistungssteigerung bei Sportlern, Kinderwunschbehandlungen, ADHS bei Kindern, Depression und Co.“

Sophie Schulze: Was genau sind die Konzepte, die Sie ansprechen?

Robert Barring: „Es ist immer ähnlich: Die meisten Patienten haben chronische Immunaktivierungen und Entzündungsprozesse, eine sogenannte „silent inflammation“. Der daraus resultierende oxidative und nitrosative Stress führt zu einer erworbenen Schädigung der Mitochondrien. Und von da aus führen Umweltgifte oder Erreger – wie im Fall von Long-Covid – dazu, dass jemand scheinbar plötzlich wirklich sehr krank wird. All das wird anhand der Test- und Laborergebnisse wie ein Puzzle zusammengesetzt und ein speziell angepasster, individueller Therapieplan entworfen. Auch die Ernährung muss berücksichtigt werden und dafür ist Eigenverantwortung der Patienten gefordert.“

Sophie Schulze: Was ist Ihrer Meinung nach der wichtigste Tipp?

Robert Barring: „Die richtige Reihenfolge ist das A und O. Therapeutisch sollte man immer mit dem Darm beginnen, damit man das Pferd nicht von hinten aufzäumt. Zum Beispiel: Erst mit dem Darm beginnen, danach die Entgiftung oder Pathogene angehen. Ein ganz wichtiger Faktor ist die Immunregulation, denn die Patienten müssen raus aus der überschießenden Entzündungsreaktion und das beginnt im Darm. Ist der Darm nicht gut aufgestellt, wird durch Lipopolysaccharide und Co permanent eine Freisetzung proentzündlicher Botenstoffe ausgelöst.“

Sophie Schulze: Welche Rolle spielen dabei Apotheken?

Robert Barring: „Apotheken können verschiedene Rollen einnehmen: Sie können als Lotse fungieren, denn Apotheker sehen die Patienten, die von Arzt zu Arzt hingeschoben werden und bei denen kaum noch jemand richtig hinguckt. Und sie können natürlich selbst aktiv beraten, wenn sie die Zusammenhänge sehen und verstehen. Denn dass wir eine andere Art Medizin brauchen und sich Paradigmen ändern, das steht außer Frage.“

Sophie Schulze: Ganz konkret: Was könnten wir Patienten mit Allergie raten?

Robert Barring: „Allergie ist ein schönes Beispiel für eine überschießende Immunantwort. Statt nur nach einem Antiallergikum zu greifen, könnten Sie direkt im HV nach Ursachen fragen: Gab es im Winter ein Antibiotikum, das die Darmflora aus der Balance gebracht hat? Hat der Patient eine hohe Stressbelastung oder nimmt er Arzneistoffe, die den Darm belasten oder den Mikronährstoffverbrauch erhöhen? Ein Ansatz über den Darm ist bei Allergie sicherlich immer richtig, ebenso haben Allergiker einen erhöhten Bedarf an Antioxidantien. Denn für den Histamin-Abbau wird Vitamin C benötigt. Auch die empfohlene Zufuhr von Ballaststoffen wird durch die Ernährung meist nur unzureichend gedeckt.“

Sophie Schulze: Und wenn es komplexer wird…?

Robert Barring: „Patienten finden auf www.umweltkrank-wohin.de ein deutschlandweites Netzwerk funktionell-medizinisch ausgebildeter Ärzte, die wohnortnah gezielt praktizieren. Hier können sich übrigens auch Apotheken listen lassen, die beispielsweise die IHK-Weiterbildung zum Mikrobiomfachberater absolviert haben.“

Sophie Schulze: Vielen Dank für das Gespräch!

Jetzt anmelden, Wissen vertiefen:

Innovall (R) bietet zum Thema „Arzneistoffe und Darmmikrobiom: Beratung als Chance“ am 19.05.2026 ein kostenloses und praxisnahes Online-Webinar mit Apothekerin A. Carolin Antropov an. Anmeldung hier.

Und wer mehr zum Thema „Funktionelle Medizin: Ursachenmedizin auch in der Apotheke“ erfahren möchte, kann Robert Barring als Referenten persönlich vom 20. bis 21. Juni 2026 beim 7. Apothekerinnen-Kongress in Starnberg bei München kennenlernen. Am Innovall (R)-Stand gibt es mehr Informationen über gezielte Mikrobiommodulation sowie über die IHK-Weiterbildung zum Mikrobiomfachberater. Für alle Newsletter-Abonnenten gibt es unter dem Stichwort „Innovall (R)“ 20 % Rabatt auf die Teilnahmegebühr am Apothekerinnenkongress.

Über Robert Barring

Robert Barring ist Facharzt für Allgemeinmedizin und leitet das renommierte Institut für Funktionelle Medizin und Stressmedizin (IFMS) in Hildesheim. Er hat bereits mehr als 1.000 Therapeuten im Bereich der funktionellen Medizin CME-zertifiziert ausgebildet und behandelt als Praxisinhaber in seiner Privatsprechstunde weiterhin Patienten mit komplexen Erkrankungen, bei denen konventionelle Therapieansätze nicht ausreichend geholfen haben.

Die Kernbotschaft von Dr. Barring ist eindeutig: Therapeutisch immer mit dem Darm beginnen! Für die Apotheke bedeutet dies einen Paradigmenwechsel: weg von der rein symptomatischen Abgabe von Produkten, hin zur ursachenorientierten Beratung nach dem „Darm-first“-Prinzip. Als Lotse im Gesundheitssystem können Sie Dysbiosen frühzeitig identifizieren, gezielte Empfehlungen zu Mikronährstoffen und Probiotika aussprechen und Ihre Kundschaft nachhaltig begleiten.

Die richtigen Produkte zur richtigen Zeit – gezielt empfehlen am HV-Tisch

Die folgenden Innovall (R)-Produkte ergänzen Ihre ursachenorientierte Beratung konkret und praxisnah. Beide sind auf spezifische Beratungsanlässe zugeschnitten und lassen sich direkt in Ihre HV-Gespräche integrieren.

Innovall (R) DAILY biotic+

Ideal nach Antibiotika, in Stressphasen oder bei unausgewogener Ernährung: Das 4-in-1-Kraftpaket aus Probiotika, PHGG-Ballaststoffen, Kakaopolyphenolen und B-Vitaminen stärkt die Darmschleimhaut gezielt und umfassend – FODMAP-arm und dank Kakaogeschmack alltagstauglich.

Innovall (R) ATOP

Für Kinder mit Neurodermitis ab 1 Jahr: In einer klinischen Studie mit über 200 Kindern wurde der SCORAD-Score in 12 Wochen um 53 % reduziert – und der Bedarf an topischen Steroiden sank nachweislich.(1)

Sie möchten Ihre Beratungskompetenz rund um das Darmmikrobiom weiter ausbauen oder mehr über die gezielten Einsatzmöglichkeiten der Innovall (R)-Produkte erfahren? Sprechen Sie uns gerne an – wir unterstützen Sie mit Fachinformationen, Beratungsmaterialien und praxisnahen Empfehlungen direkt für Ihren HV-Tisch.

Quellenangaben

 

  1. Wang I-J & Wang J-Y. Children with atopic dermatitis show clinical improvement after Lactobacillus exposure. Clin Exp Allergy. 2015; 45(4):779–87.

 

Nach dem Urlaub kommt der Darm nicht zur Ruhe? – Postinfektiöser Reizdarm in der Apothekenberatung 

17.04.2026 // Lesezeit ca. 5–6 Minuten

Reisedurchfall kennen viele Ihrer Kundinnen und Kunden aus eigener Erfahrung. Ein paar Tage Bauchkrämpfe, häufige Toilettengänge, dann ist der Spuk vorbei – und der Urlaub geht weiter. Doch manchmal endet die Geschichte nicht so einfach. Wochen nach der Rückkehr kommen Kunden zu Ihnen in die Apotheke: mit Blähungen, Bauchschmerzen, wechselndem Stuhlgang – und der Frage, ob das noch vom Urlaub sein kann. Die Antwort lautet oft: Ja.

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Was viele nicht wissen: Eine Magen-Darm-Infektion auf Reisen kann den Darm dauerhaft aus dem Gleichgewicht bringen. Das sogenannte postinfektiöse Reizdarmsyndrom (PI-IBS) ist häufiger als gedacht – und Sie in der Apotheke sind oft die erste Anlaufstelle.

Was steckt dahinter?

Wenn Krankheitserreger wie Campylobacter, Salmonellen oder enterotoxische E. coli (ETEC) – die häufigsten Auslöser von Reisedurchfall – in den Darm gelangen, hinterlassen sie Spuren. Auch nach dem Abklingen der akuten Infektion kann der Darm noch Monate oder sogar Jahre „unruhig“ bleiben.

Bei diesen bakteriellen Erregern besteht gemäß § 7 Abs. 1 IfSG eine Labormeldepflicht: Wird der Erreger im Labor nachgewiesen, muss dieser Fund namentlich an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Die Behandlung erfolgt – je nach Schweregrad und klinischem Bild – mit Antibiotika.

Virale Gastroenteritiden (z. B. Norovirus) führen zwar seltener zu einem postinfektiösen Reizdarmsyndrom (ca. 10 %), doch auch hier sind persistierende Verläufe möglich. Im Gegensatz zu den bakteriellen Infektionen besteht für virale Gastroenteritiden keine Meldepflicht, und der Einsatz von Antibiotika ist nicht angezeigt – Viren sprechen grundsätzlich nicht auf Antibiotika an. Die Therapie beschränkt sich auf supportive Maßnahmen wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Elektrolytausgleich.

Aktuelle Forschungsdaten zeigen: Rund 14–15 % der Menschen entwickeln nach einer Gastroenteritis ein Reizdarmsyndrom – das ist mehr als viermal so häufig wie bei Menschen ohne vorangegangene Infektion. Bei Reisenden in Risikoregionen wie Südasien liegt die Rate sogar noch höher.(1)

Wen betrifft es besonders?

Nicht jeder, der Reisedurchfall hatte, entwickelt einen postinfektiösen Reizdarm. Aber es gibt Risikogruppen, die Sie in der Beratung im Blick haben sollten:

  • Reisende aus Süd- und Südostasien, Subsahara-Afrika oder Lateinamerika
  • Personen mit schwerer oder langanhaltender Akutinfektion
  • Kunden mit vorbestehendem empfindlichem Darm oder Reizdarm-Neigung
  • Menschen unter starkem Stress oder mit psychischen Belastungen
  • Frauen sind statistisch etwas häufiger betroffen als Männer

Warum passiert das?

Vier Dinge spielen zusammen:

  • Das Mikrobiom gerät durch eine Infektion mit Darmerregern aus dem Gleichgewicht – die Vielfalt der Darmbakterien nimmt ab, schützende Stämme werden verdrängt
  • Die Darmbarriere wird durchlässiger – Die Infektion schädigt die intestinale Epithelfunktion. Schadstoffe und Keime können leichter in die Darmwand eindringen und dort Entzündungsreaktionen auslösen
  • Persistierende unterschwellige Entzündung: Nach Abklingen der akuten Infektion normalisiert sich die Darmschleimhaut bei manchen Patienten nicht vollständig. Es verbleibt eine subklinische Entzündungsreaktion.
  • Der Darm wird „sensibler“ – das Nervensystem des Darms reagiert durch die Entzündung überschießend auf normale Reize, was zu Schmerzen und veränderten Stuhlgewohnheiten führt

Wie erkennen Sie postinfektiöses Reizdarmsyndrom in der Beratung?

Typisch ist das zeitliche Muster: Die akute Infektion ist überstanden, aber die Beschwerden bleiben monatelang – oder kehren nach einer kurzen Ruhephase wieder. Ihre Kunden berichten häufig über:

  • wiederkehrende Bauchschmerzen oder -krämpfe
  • Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung
  • Blähungen und Völlegefühl
  • das Gefühl, den Darm nie richtig entleert zu haben

Wichtig: Insbesondere, wenn Kunden über Blut im Stuhl, ungewollten Gewichtsverlust, Fieber oder starke Schmerzen berichten, sollten Sie unbedingt zur ärztlichen Abklärung raten. Diese Symptome gehören nicht zum typischen Bild eines Reizdarmsyndroms.

Was können Sie empfehlen?

1. Das Mikrobiom wieder aufbauen – Probiotika gezielt einsetzen

Da eine Mikrobiom-Dysbiose eine zentrale Rolle beim postinfektiösen Reizdarmsyndrom spielt, ist die gezielte probiotische Unterstützung ein sinnvoller erster Schritt. Wichtig dabei: Nicht jedes Probiotikum ist gleich – der positive Effekt ist stammspezifisch. Kunden, die nach einer Reiseinfektion bereits über Wochen unter Reizdarm-Beschwerden leiden, profitieren von einem gezielt auf das Reizdarmsyndrom ausgerichteten Probiotikum.

Innovall(R) RDS enthält den klinisch geprüften Stamm Lactobacillus plantarum 299v, der in mehreren Studien speziell bei Reizdarmsymptomen wie abdominalen Schmerzen, Blähungen und verändertem Stuhlgang untersucht wurde. Es handelt sich um ein Einstamm-Präparat, das gezielt auf die Pathophysiologie des Reizdarmsyndroms ausgerichtet ist. Empfehlen Sie eine Einnahmedauer von mindestens 8–12 Wochen, um einen stabilen positiven Effekt zu erzielen.(2)

Ihr Beratungssatz: „Nach einer Reiseinfektion kann der Darm noch lange aus dem Gleichgewicht sein und hartnäckige Reizdarmbeschwerden auslösen. Innovall(R) RDS wurde speziell für das Reizdarmsyndrom entwickelt und kann helfen, die Beschwerden gezielt zu lindern.“

2. Elektrolyte und Darmberuhigung

Auch wenn die akute Phase vorbei ist, können Elektrolytpräparate bei anhaltenden Durchfallphasen sinnvoll sein. Ergänzend helfen:

  • Flohsamenschalen (Psyllium): regulieren den Stuhlgang in beide Richtungen – bei Durchfall wie bei Verstopfung (wichtiger Hinweis: ausreichend Flüssigkeitszufuhr – mind. 1,5–2 l)
  • Pfefferminzöl-Kapseln (magensaftresistent): wirken krampflösend und können Bauchschmerzen lindern – gut untersucht beim Reizdarmsyndrom.
  • Kamillentee oder -extrakt: entzündungshemmend und beruhigend für die Darmschleimhaut.

3. Ernährungstipps mitgeben

Einfache Alltagstipps, die Sie in der Beratung ergänzen können:

  • Ballaststoffreiche Ernährung fördert die Mikrobiom-Diversität – Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn
  • Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut liefern natürliche Milchsäurebakterien
  • Ausreichend trinken – mindestens 1,5–2 Liter täglich
  • Bei starken Beschwerden kann eine Low-FODMAP-Diät helfen (kurzfristig, am besten mit ernährungsmedizinischer Begleitung)
  • Koffein, Alkohol und stark fettige Speisen können die Symptome verschlimmern – vorübergehend reduzieren oder vermeiden

4. Stress nicht vergessen

Darm und Psyche sind eng verbunden. Stress verschlimmert Reizdarm-Symptome nachweislich. Empfehlen Sie Ihren Kunden, auf ausreichend Schlaf, Bewegung und Entspannungsmomente zu achten. Bei anhaltenden Beschwerden kann auch eine psychosomatische Mitbehandlung sinnvoll sein – das können Sie behutsam ansprechen.

Wann zum Arzt?

Weisen Sie Ihre Kunden darauf hin, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

  • Die Beschwerden länger als 4–6 Wochen anhalten
  • Blut im Stuhl auftritt
  • Gewichtsverlust oder Fieber dazukommen
  • Die Lebensqualität stark eingeschränkt ist

Ein Arzt kann dann eine gezielte Diagnostik einleiten und – falls nötig – notwendige Therapieoptionen besprechen.

Prophylaxe: Was kann vor und während der Reise helfen?

Neben der Behandlung des manifesten postinfektiösen Reizdarmsyndroms rückt zunehmend auch die präventive Unterstützung des Darms vor und während Auslandsreisen in den Blick. Eine intakte Darmbarriere und eine diverse Mikrobiota können dazu beitragen, das Risiko für schwere Infektionsverläufe und deren Langzeitfolgen zu reduzieren.

Für die begleitende probiotische Unterstützung vor und auf Reisen eignet sich Innovall (R) DAILY biotic+ – ein Probiotikum mit elf ausgewählten Bakterienstämmen, das gezielt zur Stärkung der Darmbarriere, z. B. zur Stabilisierung der Mikrobiota-Zusammensetzung unter Reisebedingungen (veränderte Ernährung, Stress, Klimawechsel), eingesetzt werden kann. Die Einnahme wird idealerweise bereits eine Woche vor Abreise begonnen und über den gesamten Reisezeitraum fortgeführt. Für Personen, die in Hochrisikoregionen (Südasien, Subsahara-Afrika, Lateinamerika) reisen oder eine bekannte Darmempfindlichkeit mitbringen, kann eine solche präventive Maßnahme individuell sinnvoll sein.

Ihr Beratungs-Fahrplan auf einen Blick

Situation Empfehlung
Akute Beschwerden nach Reise Elektrolyte, Loperamid (bei leichtem Durchfall ohne Fieber), ärztliche Abklärung bei Fieber/Blut
Anhaltende Beschwerden nach Infektion (ärztliche Abklärung bereits erfolgt) Probiotikum (8–12 Wochen, Innovall(R) RDS), Flohsamenschalen, Ernährungstipps
Krämpfe und Blähungen Probiotikum, Pfefferminzöl-Kapseln, Kamille, Wärmflasche
Personen mit erhöhtem Risiko (Vorerkrankungen, Kinder, ältere Menschen) Frühzeitig zum Arzt

Fazit

Postinfektiöser Reizdarm nach Reisedurchfall ist kein seltenes Phänomen – und Ihre Kunden kommen oft zu Ihnen, bevor sie an einen Arzt denken. Mit dem richtigen Wissen können Sie gezielt beraten und gleichzeitig erkennen, wann eine ärztliche Abklärung nötig ist. Das Mikrobiom ist ein zentraler Ansatzpunkt: Wer nach einer Infektion gezielte Probiotika nutzt, gibt dem Darm die beste Chance, dauerhaft zur Ruhe zu kommen.

Quellenangaben

 

  1. Porcari S, Ingrosso MR, Maida M, Eusebi LH, Black C, Gasbarrini A, Cammarota G, Ford AC, Ianiro G. Prevalence of Irritable Bowel Syndrome and Functional Dyspepsia after Acute Gastroenteritis: Systematic Review and Meta-Analysis. Gut 2024; 73(9): 1431–1440. https://doi.org/10.1136/gutjnl-2023-331835
  2. Ducrotté P, Sawant P, Jayanthi V. Clinical trial: Lactobacillus plantarum 299v (DSM 9843) improves symptoms of irritable bowel syndrome. World J Gastroenterol 2012; 18(30): 4012–4018. https://doi.org/10.3748/wjg.v18.i30.4012

 

Darmsanierung wissenschaftlich fundiert beraten

12.02.2026 // Lesezeit ca. 4-5 Minuten

Neujahrsvorsätze in die Tat umsetzen

„Gesünder leben“, „bewusster essen“, „mehr auf den Körper achten“ – die guten Vorsätze vom Jahresbeginn sind bei vielen Kund:innen im Frühjahr noch präsent. Jetzt, wo die ersten Erfolge sichtbar werden sollen, steigt die Nachfrage nach konkreten Maßnahmen: „Was kann ich für meinen Darm tun?“ Die Apotheke ist dabei eine wichtige Anlaufstelle. Als Apotheker:in können Sie hier mit fundiertem Wissen punkten und seriöse Empfehlungen aussprechen – fernab von zweifelhaften Detox-Versprechen.

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Was ist Darmsanierung eigentlich?

Der Begriff „Darmsanierung“ kursiert in vielen Varianten – oft vermischt mit unscharfen „Detox“-Konzepten. Wissenschaftlich betrachtet geht es jedoch nicht um eine mystische „Entgiftung“, sondern um die gezielte Unterstützung und Regeneration des Darmmikrobioms.

Unser Darm beherbergt rund 100 Billionen Mikroorganismen, die eine Schlüsselrolle für Verdauung, Immunsystem und Stoffwechsel spielen. Eine Darmsanierung zielt darauf ab, das natürliche Gleichgewicht dieser Darmflora (Mikrobiom) wiederherzustellen oder zu stabilisieren – insbesondere nach Störungen durch Antibiotika, Infekte, Stress oder einseitige Ernährung.

Konkret bedeutet das: Wiederaufbau einer gesunden Bakterienvielfalt, Stärkung der Darmbarriere und Unterstützung der Immunfunktion durch gezielte Maßnahmen wie Probiotika, Präbiotika und Ernährungsanpassung.

Warum gerade im Frühjahr?

Die ersten Monate des Jahres sind vorbei, die anfängliche Motivation braucht neuen Schwung. Gleichzeitig hat der Winter seine Spuren hinterlassen: Weniger frisches Gemüse, mehr Weihnachtsgebäck, vielleicht eine Erkältung mit Antibiotika. All das kann das Gleichgewicht des Mikrobioms durcheinanderbringen. Wissenschaftliche Studien zeigen tatsächlich, dass sich unser Darmmikrobiom saisonal verändert [1]. Das Frühjahr ist daher ein idealer Zeitpunkt, um die guten Vorsätze auch im Darm umzusetzen.

Wann macht eine gezielte Unterstützung Sinn?

  • Nach Antibiotika-Einnahme
  • Bei Verdauungsbeschwerden (Blähungen, unregelmäßiger Stuhlgang)
  • Nach dem Winter zur präventiven Unterstützung
  • Bei erhöhter Infektanfälligkeit

Die Lösung: Innovall DAILY biotic+ – Ganzheitlicher Ansatz für die Darmgesundheit 

Hier kommt Innovall (R) DAILY biotic+ ins Spiel – ein durchdachtes Synbiotikum, das weit über herkömmliche Probiotika hinausgeht: 

11 spezialisierte Bakterienstämme mit stammspezifischer Wirkung Die Darmbarriere ist die entscheidende Schnittstelle zwischen Außenwelt und Körper – sozusagen die „Tür“ zu unserem Organismus. Innovall (R) DAILY biotic+ enthält 11 wissenschaftlich erforschte Bakterienstämme (darunter z.B Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium lactis), die auf verschiedenen Ebenen wirken: Sie stärken die Darmbarriere, modulieren das Immunsystem und unterstützen die natürliche Darmflora – und schützen damit den gesamten Organismus[2]. 

Hochkonzentrierte Dosierung Mit 700 Milliarden Bakterien (KBE) pro Packung bietet das Präparat eine therapeutisch relevante Menge lebender Kulturen – ausreichend für eine 4-wöchige Kur. 

Polyphenole als „Kraftboost“ Ein besonderes Plus: Polyphenole aus Kakaobohnen-Extrakt unterstützen das Wachstum und die Aktivität der probiotischen Bakterien. 

Hochdosierte Präbiotika (3g) Die enthaltenen präbiotischen Fasern dienen als hochwertiges „Futter“ für die guten Darmbakterien und fördern deren Ansiedlung und Vermehrung. 

Zusätzliche Mikronährstoffe

  • Vitamin B2 trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei – wichtig für eine intakte Darmbarriere
  • Vitamin B6 unterstützt eine normale Funktion des Immunsystems

Ihre Beratung in der Apotheke

So sprechen Sie Kund:innen an: „Viele Menschen nehmen sich zum Jahresbeginn vor, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Der Darm spielt dabei eine zentrale Rolle. Wie fühlen Sie sich aktuell – energiegeladen oder eher müde? Und wie geht es Ihrer Verdauung?“

Nachfragen und verstehen:

Je nach Antwort können Sie gezielt vertiefen: Gibt es Beschwerden wie Blähungen oder unregelmäßigen Stuhlgang? Wie sieht die Ernährung aus – kommen genug Ballaststoffe und Wasser auf den Teller? Gab es kürzlich Stress, Antibiotika oder einen Infekt? Oder geht es primär um Prävention und Immunstärkung?

Ihre Empfehlung:

„Ich empfehle Ihnen Innovall (R) DAILY biotic+. Es enthält 11 wissenschaftlich erforschte Bakterienstämme, hochdosierte Präbiotika und B-Vitamine, die Darmbarriere und Immunsystem stärken. Nehmen Sie es täglich über 4 bis 8 Wochen – der Darm braucht Zeit für den Aufbau.“

Zusatztipps:

Ergänzen Sie mit praktischen Alltagstipps: ballaststoffreiche Ernährung, fermentierte Lebensmittel, ausreichend Wasser (1,5–2 Liter) und Stressreduktion.

Fazit

Das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um Neujahrsvorsätze in konkrete Gesundheitsmaßnahmen umzusetzen. Mit Innovall (R) DAILY biotic+ empfehlen Sie ein wissenschaftlich fundiertes Probiotikum mit stammspezifischer Wirkung auf die Darmbarriere. Ihre kompetente Beratung hebt Sie von unseriösen Detox-Angeboten ab und schafft Vertrauen bei Ihren Kund:innen.

Mehr Wissen gefällig? Unser Webinar „Darmsanierung & Detox“ liefert Ihnen noch mehr Praxistipps und Hintergrundwissen.


Quellen
[1] Smits SA, et al. Seasonal cycling in the gut microbiome. Science. 2017;357(6353):802-806.
[2] Li SC, et al. Combination of Lactobacillus acidophilus and Bifidobacterium animalis subsp. lactis Shows a Stronger Anti-Inflammatory Effect. Nutrients. 2019;11(5):969.
[3] De Wolfe TJ, et al. Oral probiotic combination of Lactobacillus and Bifidobacterium alters the gastrointestinal microbiota during antibiotic treatment. PLoS One. 2018;13(9):e0204253.

Antibiotikaverbrauch steigt – was das für Ihre Beratung bedeutet

22.12.2025 // Lesezeit ca. 4-5 Minuten

Die aktuell veröffentlichten Zahlen des WIdo zeigen: Der Antibiotikaverbrauch in Deutschland ist 2023 erstmals wieder über das Vor-Pandemie-Niveau gestiegen. Insgesamt wurden 36,1 Millionen Packungen verordnet – ein Plus von 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders besorgniserregend: Auch Reserveantibiotika werden wieder häufiger verschrieben. Mit 15,7 Millionen Verordnungen machen sie inzwischen 43 Prozent aller Antibiotika-Verschreibungen aus.

Für Sie in der Apotheke bedeutet das: Die Beratung bei der Antibiotika-Abgabe wird immer wichtiger – nicht nur zur korrekten Einnahme, sondern auch zum Schutz des Mikrobioms.

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Warum der Mikrobiomschutz so wichtig ist

Antibiotika unterscheiden nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien. Während sie die Infektion bekämpfen, greifen sie auch die natürliche Darmflora an. Die Folge: Viele Patienten leiden unter Nebenwirkungen wie Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen. Mit einer gezielten probiotischen Begleitung lässt sich das Mikrobiom ab dem ersten Tag der Antibiose stabilisieren. 

Ihre Empfehlung: Innovall (R) AB+

Hier bietet sich Innovall (R) AB+ als begleitende Empfehlung an. Das Produkt wurde speziell für das Diätmanagement bei Antibiotika-assoziierter Diarrhoe entwickelt und enthält vier klinisch geprüfte Bakterienstämme mit mindestens 17 Milliarden koloniebildenden Einheiten pro Kapsel. Die Wirksamkeit wurde in doppelblinden, placebokontrollierten Studien mit über 500 Patienten belegt. Zudem wird die enthaltene Bakterienkombination in den Guidelines der World Gastroenterology Organisation empfohlen.

So wenden Sie es in der Beratung an:

  • Einnahme: 1 Kapsel täglich, beginnend am ersten Tag der Antibiotika-Therapie
  • Abstand zum Antibiotikum: mindestens 2–3 Stunden
  • Nach Therapieende: Einnahme noch 7 Tage fortsetzen, um das Mikrobiom zu regenerieren 

Formulierungsvorschlag für Ihr Beratungsgespräch:

„Das Antibiotikum bekämpft die Infektion – aber leider auch nützliche Darmbakterien. Mit Innovall (R) AB+ können Sie Ihr Mikrobiom ab dem ersten Tag schützen und typische Nebenwirkungen wie Durchfall oder Blähungen reduzieren.“ 

Das Wichtigste in Kürze

  • 2023 wurden in Deutschland so viele Antibiotika verordnet wie seit Jahren nicht
  • Reserveantibiotika machen fast die Hälfte aller Verordnungen aus – ein kritischer Trend
  • Die Beratung zum Mikrobiomschutz bietet echten Mehrwert für Ihre Kunden
  • Innovall (R) AB+ ist eine evidenzbasierte Empfehlung, die Sie aktiv ansprechen können

 

Quellen: WIdO-Analyse 2025, https://www.wido.de/forschung-projekte/arzneimittel/arzneimittelverbrauch/, https://www.ptaheute.de/aktuelles/2024/06/13/probiotika-damit-antibiotika-nur-gutes-tun

10 spannende Fakten zum Thema Antibiotika und Mikrobiom

07.11.2025 // Lesezeit ca. 4-5 Minuten

In unserem letzten Webinar hat uns Dr. Klaus-Friedrich Bodmann, Internist und Infektiologe, faszinierende Einblicke in die Welt der Antibiotika und des Mikrobioms gegeben.

Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir für Sie in 10 spannenden Fakten zusammengefasst – von überraschenden Zahlen über unser Mikrobiom bis hin zu konkreten Empfehlungen für die Praxis. Diese Informationen sind nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern auch hochrelevant für Ihre tägliche Beratung in der Apotheke.

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Die 10 spannendsten Fakten über Antibiotika aus dem Webinar

1. Wir sind mehr Bakterium als Mensch

Unser Körper besteht aus 30 Milliarden menschlichen Zellen, aber aus 39 Milliarden Bakterien. Anders gesagt: ca. 56% von uns sind Bakterien, nur 44% Mensch. Alle Bakterien zusammen wiegen 1-2 Kilogramm – das ist mehr als unser Gehirn! 

2. Unsere Bakterien haben 150-mal mehr Gene als wir

Wir Menschen haben etwa 22.000 Gene. Die Bakterien in unserem Körper haben dagegen 3,3 Millionen Gene. Das bedeutet: Nur 1% aller Gene in unserem Körper sind menschlich, der Rest kommt von unseren Bakterien. Diese erweitern unsere biologischen Fähigkeiten enorm. 

3. Deutschland – Europas Musterschüler beim Antibiotika-Sparen

Beim Antibiotikaverbrauch gehört Deutschland zur europäischen Spitze – im positiven Sinne! Laut dem Europäischen Zentrum für Krankheitsprävention (ECDC) lag der Verbrauch hierzulande zuletzt bei 8,9 definierten Tagesdosen pro 1.000 Einwohner und Tag.

Der europäische Durchschnitt liegt bei 15,0, Länder wie Bulgarien (20,7), Griechenland (26,4) oder Spanien (18,3) nutzen Antibiotika teils doppelt so häufig.

Ein Grund für die Unterschiede: In Deutschland sind Antibiotika rezeptpflichtig und ihr Einsatz streng geregelt, während sie in anderen Ländern teilweise frei erhältlich sind.
Das zeigt: Bewusster Umgang wirkt – und Deutschland geht hier mit gutem Beispiel voran.

4. Der Darm ist die Kommandozentrale unseres Immunsystems

70-80% aller Abwehrzellen unseres Körpers sitzen im Darm. Er ist damit unser größtes Immunorgan – größer als alle Lymphknoten zusammen. Was im Darm passiert, betrifft den ganzen Körper. 

5. Resistente Keime töten mehr Menschen als Verkehrsunfälle

2023 starben in Deutschland 45.700 Menschen an Infektionen mit resistenten Bakterien – das sind 16-mal mehr Tote als durch Verkehrsunfälle. Weltweit rechnet die WHO damit, dass im Jahr 2050 10,5 Millionen Menschen an resistenten Keimen sterben werden – wenn wir nichts ändern. 

6. Eine einzige Antibiotika-Tablette kann monatelange Folgen haben

Schon eine einzige Antibiotika-Einnahme kann die bakterielle Vielfalt im Darm innerhalb weniger Tage von 100% auf 25% zusammenbrechen lassen. Die Erholung dauert Wochen bis Monate. Oft wird der Ausgangszustand nie wieder erreicht – das Darmmikrobiom bleibt dauerhaft verändert. 

7. Clindamycin: Fast jeder Zweite bekommt Durchfall

Das Antibiotikum Clindamycin verursacht bei 49% aller Patienten Durchfall – also bei fast jedem Zweiten. Andere häufig verschriebene Antibiotika (Cephalosporine) führen bei 45% zu Durchfall. Der Grund: Diese Medikamente zerstören besonders stark die nützlichen Darmbakterien. 

8. Probiotika schützen den Darm während einer Antibiotikatherapie

Antibiotika können das natürliche Gleichgewicht im Darm stark stören – manchmal mit ernsten Folgen wie einer Clostridioides difficile-Infektion.

Studien zeigen: Wer Probiotika begleitend einnimmt, kann das Risiko solcher Infektionen deutlich verringern und die Erholung des Mikrobioms unterstützen. Die Wirksamkeit hängt dabei allerdings von der Bakterienstamm-Zusammensetzung ab – richtig ausgewählte Probiotika können Nebenwirkungen wie Durchfall und Blähungen spürbar reduzieren.

Probiotika sind natürlich kein Ersatz für Antibiotika – aber eine sinnvolle Unterstützung, um den Darm zu schützen und die Balance schneller wiederherzustellen.

9. Magenschutzmittel belasten den Darm stärker als Antibiotika

Wer hätte das gedacht? Medikamente wie Omeprazol oder Pantoprazol verändern das Mikrobiom noch stärker als Antibiotika.

Laut einer Studie (Zhernakova et al., Science 2016) haben auch Statine, Abführmittel und Antidepressiva spürbaren Einfluss auf unsere Darmbakterien. Fazit: Nicht nur Antibiotika – auch Alltagsmedikamente können das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen.

10. Eine Darminfektion nach Antibiotika kostet 20.000 Euro

Eine durch Antibiotika ausgelöste Clostridioides difficile-Infektion kann für Kliniken richtig teuer werden – bis zu 20.000 Euro pro Fall.

Bei mehreren Dutzend Fällen pro Jahr summieren sich die Kosten schnell auf Hunderttausende Euro.

Vorbeugende Maßnahmen wie spezifische Probiotika (z.B. Innovall® CDI) oder ein gezielterer und verantwortungsbewusster Antibiotikaeinsatz könnten nicht nur Patienten schützen, sondern auch Kosten erheblich senken.

Migräne im Fokus: Ursachen, Symptome und neue Ansätze zur Linderung

31.10.2025 // Lesezeit ca. 4-5 Minuten

In Deutschland leidet etwa jeder vierte Erwachsene an Migräne, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Diese Erkrankung belastet die Betroffenen stark im Alltag und stellt zugleich eine erhebliche Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Denn Migräne verursacht jährlich wirtschaftliche Einbußen in Milliardenhöhe, insbesondere durch Produktivitätsverluste und medizinische Behandlungskosten1.

Als Apotheker*in sind Sie eine wertvolle Anlaufstelle für Patienten und Patientinnen mit Migräne. Durch fachkundige Beratung und eine individuell abgestimmte Betreuung können Sie Betroffenen im Umgang mit ihrer Erkrankung helfen und dazu beitragen, ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

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Was ist Migräne?

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz: Sie ist eine neurologische Erkrankung, die oft mit Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Sehstörungen einhergeht. Die Attacken können Stunden bis Tage andauern und beeinträchtigen das tägliche Leben erheblich2.

Mögliche Ursachen und Auslöser

Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, doch verschiedene Faktoren können eine Rolle spielen:

  • Genetik: Oftmals tritt Migräne familiär gehäuft auf3.
  • Hormonelle Veränderungen: Besonders bei Frauen kann Migräne mit dem Menstruationszyklus zusammenhängen4.
  • Ernährung: Bestimmte Lebensmittel wie Schokolade, Käse oder Alkohol können Attacken auslösen5.
  • Stress und Schlafmangel: Beide Faktoren gelten als häufige Trigger für Migräneanfälle6.

Neben dem Wissen um die Migräneauslöser ist auch das Verständnis des Zusammenhangs zwischen dem zerebralen Energiestoffwechsel und Migräne von Bedeutung. Studien zeigen, dass bei Migränepatienten häufig eine gestörte Energieversorgung des Gehirns vorliegt. Ein ineffizienter Energiestoffwechsel kann die neuronale Reizbarkeit erhöhen und so Migräneattacken begünstigen. Bestimmte Mikronährstoffe spielen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der zellulären Energieproduktion:

  • Magnesium stabilisiert das Nervensystem und beeinflusst Botenstoffe, die bei der Entstehung von Migräneattacken eine Rolle spielen7.
  • Riboflavin (Vitamin B2) greift an zentraler Stelle in die Energiegewinnung ein und steigert den Energiestoffwechsel der Zellkraftwerke8.
  • Coenzym Q10 ist ein wichtiger Baustein in den Mitochondrien jeder Zelle. Ohne ihn kann keine Energie gebildet werden9.

Moderne Behandlungsmöglichkeiten

Glücklicherweise gibt es verschiedene Ansätze zur Linderung und Prävention:

  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel, Triptane und neue Antikörper-Therapien bieten wirksame Behandlungsoptionen2.
  • Nicht-medikamentöse Therapie: Die gezielte Ergänzung von Magnesium, Riboflavin und Coenzym Q10 zur Unterstützung des zerebralen Energiestoffwechsels7.
  • Lebensstil-Anpassungen: Regelmäßiger Schlaf, Stressreduktion und eine gesunde Ernährung können helfen, Migräneattacken zu reduzieren6.
  • Alternative Methoden: Ausdauertraining, Akupunktur oder Entspannungstechniken zeigen in Studien vielversprechende Ergebnisse10.

Neue Forschung und Entwicklungen

Wissenschaftler erforschen weiterhin neue Behandlungsansätze, darunter personalisierte Medizin, Darm-Mikrobiom-Therapien und innovative nicht-medikamentöse Verfahren wie Neurostimulation11.

Wertvolle Tipps für Betroffene

  • Das Führen eines Migräne-Tagebuchs hilft dabei, individuelle Auslöser zu identifizieren und unterstützt bei der Diagnosestellung und Therapieplanung12.
  • Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr können helfen, Migräneattacken zu reduzieren, indem sie den Blutzuckerspiegel stabilisieren und Dehydration vermeiden. Sie unterstützen zudem die Versorgung des Gehirns mit wichtigen Nährstoffen5.
  • Das regelmäßige Integrieren von Entspannungstechniken in den Tagesablauf kann bei Migräne besonders hilfreich sein, da es Stress abbaut, der wiederum ein häufiger Auslöser für Migräneanfälle ist. Techniken wie Meditation, Atemübungen oder Yoga fördern die Entspannung, lindern Muskelverspannungen und tragen so dazu bei, die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu verringern10.

Migräne muss nicht das Leben Ihrer Kunden und Kundinnen bestimmen – mit den richtigen Maßnahmen lassen sich Häufigkeit und Intensität der Anfälle oft deutlich reduzieren.

 

Quellen:

  1. Böck, T., & Schneider, A. (2019). Migräne in Deutschland: Häufigkeit, Belastung und wirtschaftliche Auswirkungen. Deutsche Gesellschaft für Neurologie.
  2. Goadsby, P. J., Holland, P. R., Martins-Oliveira, M., Hoffmann, J., Schankin, C., Akerman, S. (2017). Pathophysiology of migraine: A disorder of sensory processing. New England Journal of Medicine, 377(6), 553-562.
  3. Russell, M. B., Iselius, L., Olesen, J. (1995). Migraine without aura and migraine with aura are inherited disorders. Neurology, 45(5), 878-881.
  4. MacGregor, E. A. (2014). Menstrual migraine: a clinical review. Cephalalgia, 34(10), 757-766.
  5. Sun-Edelstein, C., & Mauskop, A. (2009). Ernährung: Bestimmte Lebensmittel wie Schokolade, Käse oder Alkohol können Attacken auslösen. Journal of Headache and Pain, 10(3), 183–187.
  6. Houle, T. T., Butschek, R. A., Turner, D. P., Smitherman, T. A., Rains, J. C., Penzien, D. B. (2012). Stress and sleep duration predict headache severity in chronic migraine sufferers. Headache: The Journal of Head and Face Pain, 52(3), 395-406.
  7. Gaul, C., Diener, H. C., Danesch, U. (2015). Improvement of migraine symptoms with a proprietary supplement containing riboflavin, magnesium and Q10: a randomized, placebo-controlled, double-blind, multicenter trial. The Journal of Headache and Pain, 16:32.
  8. Boehnke, C., Reuter, U., Flach, U., Schuh-Hofer, S., Einhäupl, K. M., & Arnold, G. (2004). High-dose riboflavin treatment is efficacious in migraine prophylaxis: an open-label study. Headache: The Journal of Head and Face Pain, 44(9), 885-890.
  9. Shoeibi, A., Olfati, N., Soltani, S., Sadeghi, R., Ghaffarpasand, F. (2017). The effect of coenzyme Q10 supplementation on migraine: a meta-analysis. Iranian Journal of Neurology, 16(2), 58-64.
  10. Linde, K., Allais, G., Brinkhaus, B., Fei, Y., Mehring, M., Shin, B. C., Vickers, A., White, A. R. (2016). Acupuncture for the prevention of episodic migraine. JAMA Internal Medicine, 176(4), 463-472.
  11. Tso, A. R., Goadsby, P. J. (2021). The role of the gut-brain axis in migraine pathophysiology. Frontiers in Neurology, 12, 661245.
  12. Giffin, N. J., Lipton, R. B., Silberstein, S. D., Olesen, J., Goadsby, P. J. (2016). The migraine postdrome: an electronic diary study. Neurology, 87(3), 309-313.

Immunsystem fit machen für Herbst & Winter

24.09.2025 // Lesezeit ca. 4-5 Minuten

Der Herbst steht vor der Tür – und mit ihm die Erkältungssaison. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, Ihre Kund:innen präventiv zu unterstützen und deren Immunsystem zu stärken. Mit den kürzer werdenden Tagen sinkt nicht nur die Temperatur, sondern oft auch der Vitamin-D-Spiegel – ein entscheidender Faktor für die körpereigene Abwehrkraft

Als erste Anlaufstelle für Gesundheitsfragen spielen Sie eine zentrale Rolle. Wir möchten Sie dabei unterstützen, Ihren Kund:innen eine fundierte, evidenzbasierte Beratung zu bieten.

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Darm & Immunsystem – die unsichtbare Verbindung

Rund 70 % aller Immunzellen befinden sich in der Darmschleimhaut. Sie kommunizieren mit Billionen von Mikroorganismen, die unser Mikrobiom bilden. Studien zeigen: Eine ausgewogene Darmflora kann das Infektionsrisiko deutlich senken und Entzündungsprozesse regulieren (Sonnenburg & Bäckhed, Nature, 2016).

Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung fördern diese Balance – doch Umweltgifte, Stress oder Medikamente wie Antibiotika können das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen.

Mikronährstoffe: Die Bausteine der Immunabwehr

  • Vitamin D: Über 80 % der Deutschen haben im Winter einen Mangel und sollten diesen ausgleichen. Eine tägliche Supplementierung von 800–1000 IE kann zudem das Risiko von Atemwegsinfekten reduzieren (Calder, BMJ Nutrition, 2020).
  • Vitamin C: Vitamin C verbessert die Immunfunktion und reduziert sowohl Dauer als auch Schwere von Atemwegsinfekten (Harri Hemilä Cochrande Review 2013)
  • Zink: Bei früher Einnahme (innerhalb 24 h) kann die Erkältungsdauer um bis zu zwei Tage verkürzt werden (Cochrane-Review, 2024).
  • Selen & Vitamin A: Stärken die Schleimhäute und modulieren die Immunantwort.

Probiotika als Präventionsstrategie

Probiotika unterstützen das Darmmikrobiom, stärken die Barrierefunktion und trainieren das Immunsystem. Aktuelle Cochrane-Reviews zeigen: Regelmäßige Einnahme kann Häufigkeit und Dauer von Atemwegsinfekten verringern – hierbei wird empfohlen, Probiotika über mind. 3 Monate einzunehmen.

Innovall (R) DAILY biotic+ bietet eine evidenzbasierte 4-in-1-Formel:

  • 11 klinisch getestete Bakterienstämme (25 Mrd. KBE)
  • Präbiotische Ballaststoffe aus Guarbohne
  • Antioxidative Polyphenole aus Kakao
  • Vitamin B2 & B6 für Schleimhaut- und Immunfunktion

Warum jetzt starten?

Probiotika brauchen 4–6 Wochen, um eine stabile Darmbesiedlung aufzubauen. Wer jetzt beginnt, ist zur Erkältungsspitze im Winter optimal vorbereitet.

Ihr Fahrplan für eine starke Immunabwehr von September bis November:

Ziel: Immunsystem und Mikrobiom stärken, Reserven auffüllen

Darmgesundheit aktiv fördern

  • Probiotika (z. B. Innovall (R) DAILY biotic+) für mindestens 3 Monate einplanen
  • Ernährungstipps: Mehr fermentierte Lebensmittel (Joghurt, Kefir, Sauerkraut)

Mikronährstoffversorgung optimieren

  • Vitamin-D-Spiegel prüfen oder prophylaktisch 800–1000 IE täglich empfehlen
  • Multivitaminpräparate für Risikogruppen (Senior:innen, Vielbeschäftigte)
  • Zink (8–14 mg/Tag) und Vitamin C (500 mg) für Basisversorgung

Lifestyle-Tipps

  • Schlafhygiene thematisieren: 7–8 h pro Nacht, gleichbleibende Schlafzeiten
  • Stressabbau: Entspannungsübungen, Atemtechniken, kurze Pausen im Alltag
  • Bewegung an der frischen Luft – mindestens 30 min täglich

Fazit

Ihre Beratung macht den Unterschied. Mit den richtigen Empfehlungen können Sie die Gesundheit Ihrer Kund:innen aktiv fördern und sie gut durch die kalte Jahreszeit begleiten. Wir unterstützen Sie gerne mit Materialien und Fachinformationen für Ihr Team.

 

„Sommer, Sonne … und leider manchmal auch Durchfall – Beratungswissen für ungetrübte Urlaubsfreude“

14.08.2025 // Lesezeit ca. 4-5 Minuten

Die Sommerferien sind da – Flughäfen voll, Koffer gepackt, der Kopf voller Bilder von weißen Stränden und exotischem Essen. Für viele ist der August die schönste Zeit des Jahres.
Doch zwischen Palmen und Cocktailbar lauert ein Reisemitbringsel, das niemand haben möchte: Reisedurchfall.

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Er betrifft jedes Jahr Millionen von UrlauberInnen, Geschäftsreisenden und Weltenbummlern – und das oft schon in der ersten Woche am Zielort. Meist ist er harmlos, aber lästig genug, um wertvolle Urlaubstage zu ruinieren. Für Sie in der Apotheke ist das jetzt Hochsaison für Reiseberatungen – und eine gute Gelegenheit, KundInnen optimal vorzubereiten.

Warum gerade im Urlaub?

Unser Darm ist ein Gewohnheitstier. Zu Hause läuft er nach einem festen Rhythmus, mit vertrauten Lebensmitteln und einem eingespielten Mikrobiom.
Auf Reisen gerät dieses System aus dem Takt:

  • neue Bakterien im Trinkwasser oder auf Lebensmitteln
  • ungewohnte Gewürze, Zubereitungsmethoden und Speisen
  • Jetlag und veränderte Essenszeiten

In Ländern mit niedrigerem Hygienestandard kommt hinzu, dass Krankheitserreger wie enterotoxisches E. coli (ETEC), Salmonella oder Campylobacter leichter ihren Weg ins Glas, auf den Teller – und damit in den Darm – finden.

Wer ist besonders gefährdet?

Reisedurchfall kann jede:n treffen – auch ohne Fernreise. Das Risiko steigt bei:

  • Urlaub in Regionen mit wärmerem Klima und anderen Hygienestandards – z. B. Spanien, Italien, Griechenland, Türkei oder Ägypten
  • All-inclusive-Buffets oder Straßenessen, das lange ungekühlt steht
  • Verzehr von rohem oder halbgarem Fleisch/Fisch (Meeresfrüchte, Sushi, Carpaccio)
  • Ungeschältem Obst oder Salaten, die mit unsicherem Wasser gewaschen wurden
  • Kindern, älteren Menschen und Personen mit empfindlichem Darm
  • Frauen (statistisch etwas häufiger betroffen)

Hinweis: Selbst in südeuropäischen Ländern ist Leitungswasser nicht immer trinkbar oder enthält eine andere Keimflora als zu Hause – empfindliche Reisende sollten daher auf abgefülltes oder abgekochtes Wasser setzen.

Prävention – die 3 goldenen Regeln

Schon unsere Großeltern kannten den Leitsatz:
„Boil it, cook it, peel it – or forget it.“
Für die Reiseberatung in der Apotheke lohnt es sich, diese Regeln plastisch zu erklären:

  • Abkochen: Trinkwasser nur aus sicheren Quellen oder abgekocht
  • Kochen: Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte vollständig garen
  • Schälen: Obst selbst schälen, Salate in unsicherem Wasser meiden

Ergänzend: Hände regelmäßig waschen oder desinfizieren – das kann die Durchfallrate um bis zu ein Drittel senken.

Effiziente Beratung trotz Zeitdruck

Die kalte Jahreszeit ist oft mit erhöhtem Kundenaufkommen in der Apotheke verbunden. Kunden suchen schnelle, aber fundierte Lösungen. Ein strukturierter Beratungsansatz wie die „EVA“-Methode (Erfassen, Vermitteln, Aktivieren) hilft dabei, die Bedürfnisse Ihrer Kunden schnell zu erkennen und gezielt Empfehlungen auszusprechen – auch bei hohem Zeitdruck. Durch die Integration von Mikronährstoffen, pflanzlichen Extrakten und bewährten Hausmitteln können Sie Ihre Kunden effektiv unterstützen und ihnen helfen, gesund durch die Erkältungssaison zu kommen.

Zusätzliche Präventionsoption: Darmbarriere stärken

Studien zeigen, dass ein stabiles Mikrobiom eine wichtige Schutzfunktion gegen pathogene Keime hat. Hier kann die probiotische Vorbereitung sinnvoll sein.
Innovall (R) DAILY biotic+ enthält 11 ausgewählte Bakterienstämme, die die natürliche Darmbarriere unterstützen und die mikrobiellen Abwehrmechanismen stabil halten.

  • Einsatz: Vorsorglich beginnen, idealerweise 1–2 Wochen vor Reiseantritt
  • Ziel: Schutz der Darmbarriere, Unterstützung des Gleichgewichts der Darmflora

Wichtig: Kein Akutpräparat – dient der Prävention

Wenn es doch passiert …

Das Ziel der Selbstmedikation ist klar: Flüssigkeitsersatz, Symptome lindern, Reise fortsetzen.

  • ORS (orale Rehydratationslösung): besonders wichtig für Kinder, ältere Reisende oder chronisch Kranke
  • Loperamid: schnelle Hilfe bei leichtem bis mittelschwerem Durchfall ohne Fieber oder Blut im Stuhl
  • Bismutsubsalicylat: lindert zusätzlich Übelkeit
  • Antibiotika: nur bei schweren Verläufen und nach ärztlicher Rücksprache

Naturheilkundliche & sanfte Optionen:

  • Medizinalkohle / Kohletabletten: binden Bakterien und deren Toxine, können die Stuhlfrequenz reduzieren; nicht gleichzeitig mit Medikamenten einnehmen
  • Heidelbeertee oder getrocknete Heidelbeeren: enthalten Gerbstoffe mit leicht stopfender Wirkung
  • Kamillentee: entzündungshemmend und krampflösend
  • Pfefferminztee: krampflösend, erfrischend
  • Ingwertee: lindert Übelkeit (in kleinen Mengen)
  • Geriebener Apfel (leicht braun werden lassen): Durch das Stehen an der Luft reagieren Enzyme mit Polyphenolen – es entstehen Gerbstoffe, die zusammen mit dem Pektin Flüssigkeit im Darm binden und die Schleimhaut beruhigen

Bananen: liefern Kalium und Pektin, sanft zum Darm

 

Praxis-Tipp für die Offizin

Fragen Sie bei der Reiseberatung gezielt nach:

  • Wohin geht es? (Risikoabschätzung)
  • Wer reist mit? (Kinder, Schwangere, ältere Personen)
  • Wie lange? (Reiseapotheke anpassen)

So können Sie gezielt Produkte empfehlen – von ORS und Loperamid bis zu Händedesinfektionsmittel und probiotischer Unterstützung – und gleichzeitig wertvolle Hygienetipps geben.

 

Fazit:
Mit der richtigen Vorbereitung bleibt Reisedurchfall oft nur ein Kapitel aus dem Reiseführer und nicht aus der Urlaubserfahrung.
Als Apotheke sind Sie die erste Adresse, um KundInnen fit für die Ferne zu machen – und dafür zu sorgen, dass sie eher das Meer als die Toilettenschüssel sehen.

 

 

 

 

Optimale Unterstützung für das Immunsystem: Tipps für die Erkältungssaison

15.02.2025 // Lesezeit ca. 4-5 Minuten

Die kalte Jahreszeit stellt für unser Immunsystem eine besondere Herausforderung dar. Erkältungen, Husten und grippale Infekte sind häufige Begleiter. Kunden suchen verstärkt nach Unterstützung, um sich vor Infektionen zu schützen und ihre Symptome zu lindern. Die Apotheke ist der ideale Ort, um mit gezielten Empfehlungen und effektiven Produkten zu helfen.

Dieser Beitrag gibt Ihnen wertvolle Informationen, wie Sie Ihr Sortiment an Mikronährstoffen und Phytotherapeutika optimal in der Erkältungszeit empfehlen können.

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Optimale Unterstützung für das Immunsystem: Tipps für die Erkältungssaison

Mikronährstoffe: Gezielte Unterstützung für das Immunsystem

Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen ist entscheidend für eine starke Immunabwehr. Folgende Nährstoffe haben sich in Studien als besonders hilfreich erwiesen:

  • Vitamin C: Vitamin C unterstützt das Immunsystem, reduziert die Dauer und Schwere von Erkältungen und fördert die Heilung.¹
  • Vitamin D: Ein Mangel an Vitamin D kann das Risiko von Atemwegserkrankungen erhöhen. Eine Supplementierung zeigt insbesondere im Winter positive Effekte auf die Immunantwort.²
  • Zink: Zink ist besonders wirksam, wenn es innerhalb der ersten 24 Stunden nach Symptombeginn eingenommen wird. Es hilft, die Dauer einer Erkältung zu verkürzen.³
  • Selen: Dieser Mikronährstoff wirkt als Antioxidans und stärkt das Immunsystem, indem er die Immunantwort unterstützt und Entzündungen reduziert.⁴
  • Vitamin A: Vitamin A spielt eine Schlüsselrolle im Immunsystem, indem es die Barrierefunktion der Schleimhäute unterstützt und die Reifung von Immunzellen fördert. Ein Mangel an Vitamin A kann das Risiko für Infektionen erhöhen und die Immunantwort schwächen.⁶

Bewährtes mit wissenschaftlicher Grundlage

Neben der Einnahme von Mikronährstoffen können Botanicals und traditionelle Hausmittel eine wertvolle Unterstützung bieten.

Eibisch, Isländisch Moos und Königskerze: Diese bewährte Kombination (z. B. in Antall®) wirkt synergistisch, um Atemwegsbeschwerden zu lindern:

  • Eibisch (Althaea officinalis): Mit seinen Schleimstoffen legt sich Eibisch wie ein schützender Film auf die Schleimhäute, lindert Reizungen und beruhigt trockenen Husten.¹
  • Isländisch Moos (Cetraria islandica): Es enthält ebenfalls Schleimstoffe, die entzündete Schleimhäute beruhigen und besitzt zudem antimikrobielle Eigenschaften.²
  • Königskerze (Verbascum thapsus): Diese Pflanze fördert die Schleimlösung und wirkt entzündungshemmend, was bei trockenem und produktivem Husten sehr hilfreich ist.³

Thymian: Thymian besitzt antimikrobielle und schleimlösende Eigenschaften, die bei Husten und Erkältungen sowohl als Tee als auch bei Inhalationen Anwendung finden.⁸

Lindenblüten: Fördern das Schwitzen, lösen Schleim und lindern Symptome bei fieberhaften Infekten.⁹

Manuka-Honig: Der hohe Gehalt an Methylglyoxal (MGO) verleiht Manuka-Honig starke antibakterielle Eigenschaften. Studien haben gezeigt, dass Manuka-Honig bei Halsschmerzen und Husten sehr effektiv ist.⁶

Ingwer: Ingwer ist bekannt für seine entzündungshemmenden und antiviralen Eigenschaften. Besonders hilfreich bei der Linderung von Halsschmerzen und zur Unterstützung der Genesung von Erkältungen.⁷

Der Darm als Immunzentrale

Mehr als 70 % der Immunzellen befinden sich im darmassoziierten lymphatischen Gewebe (GALT), was den Darm zu einer Schlüsselregion für das Immunsystem macht. Das Mikrobiom spielt dabei eine zentrale Rolle in der Immunabwehr, da es die Funktion der Immunzellen stärkt und bei der Bekämpfung von Krankheitserregern unterstützt. Studien belegen, dass Probiotika das Gleichgewicht des Mikrobioms fördern und somit die Immunantwort stärken können.10 Die Empfehlung von entsprechenden Probiotika-Präparaten kann eine wertvolle Unterstützung für die Immunfunktion Ihrer Kunden darstellen.

Effiziente Beratung trotz Zeitdruck

Die kalte Jahreszeit ist oft mit erhöhtem Kundenaufkommen in der Apotheke verbunden. Kunden suchen schnelle, aber fundierte Lösungen. Ein strukturierter Beratungsansatz wie die „EVA“-Methode (Erfassen, Vermitteln, Aktivieren) hilft dabei, die Bedürfnisse Ihrer Kunden schnell zu erkennen und gezielt Empfehlungen auszusprechen – auch bei hohem Zeitdruck. Durch die Integration von Mikronährstoffen, pflanzlichen Extrakten und bewährten Hausmitteln können Sie Ihre Kunden effektiv unterstützen und ihnen helfen, gesund durch die Erkältungssaison zu kommen.

 

EINLADUNG ZUM WEBINARHochsaison Atemwegsinfekte: Aktiv ergänzend empfehlen – so gelingt es!

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Referenzen

  1. Hemilä H, Chalker E. „Vitamin C for preventing and treating the common cold.“ Cochrane Database Syst Rev. 2013 Jan 31;(1):CD000980.
  2. Martineau AR, Jolliffe DA, Greenberg L, et al. „Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory infections: individual participant data meta-analysis.“ Health Technol Assess. 2019 Jan;23(2):1-44.
  3. Singh M, Das RR. „Zinc for the common cold.“ Cochrane Database Syst Rev. 2013 Jun 18;(6):CD001364.
  4. Hoffmann PR, Berry MJ. „The influence of selenium on immune responses.“ Mol Nutr Food Res. 2008 Nov;52(11):1273-80.
  5. Semba RD. „Vitamin A and immunity to viral, bacterial and protozoan infections.“ Proc Nutr Soc. 1999 Feb;58(1):719.
  6. Kraft K, Hobbs C. „Althaea officinalis: A review on its traditional use and pharmacological studies.“ Planta Med. 2004;70(11):981-986.
  7. Dettweiler D, Marz RW. „A review of Cetraria islandica (Lichen islandicus) in respiratory disease.“ Phytomedicine. 2008;15(9):739-746.
  8. Shah SA et al. „Medicinal properties of Verbascum thapsus and its traditional uses.“ J Herb Med. 2017;9:1-5.
  9. Schwalfenberg G, Genuis SJ. „The antimicrobial and antiviral properties of thyme.“ J Evid Based Complementary Altern Med. 2017;22(4):1015-1020.
  10. Blumenthal M et al. „Linden flower (Tilia spp.): Traditional uses and pharmacological evidence.“ HerbalGram. 1998;42:35-39.
  11. Koch C et al. „Antiviral and anti-inflammatory properties of ginger.“ J Ethnopharmacol. 2009;126(3):414-420.
  12. Rook, G. A. W. et al. (2017). „Microbes, immunoregulation, and the gut.“ The Lancet, 390(10093), 61-70.

Antibiotika? Nicht ohne Probiotika: Beratungstipps für die Apotheke

07.01.2025 // Lesezeit ca. 4-5 Minuten

Antibiotika zählen zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin. Sie ermöglichen die erfolgreiche Behandlung schwerer bakterieller Infektionen und retten jedes Jahr Millionen von Leben.

Doch ihr Einsatz ist nicht ohne Nebenwirkungen – insbesondere für das empfindliche Mikrobiom. Genau hier kommt Ihre Expertise als Apotheker*in oder PTA ins Spiel:

Mit gezielter Beratung und der Empfehlung eines geeigneten Probiotikums können Sie dazu beitragen, die Therapie verträglicher zu gestalten und die Gesundheit Ihrer Kund*innen nachhaltig zu unterstützen.

Gemeinsam mit dem Mikrobiologen und Probiotika-Experten Prof. Dr. Arthur Ouwehand haben wir dieses Thema vertieft, um Ihnen fundierte und praxisorientierte Tipps für die Beratung in der Apotheke zu geben.

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Das Problem: Antibiotika schädigen das Mikrobiom

Antibiotika eliminieren krankmachende Bakterien, greifen dabei jedoch auch die „guten“ Bakterien im Mikrobiom an. Dies kann zu einer Dysbalance führen, die nicht nur akute Beschwerden wie Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen verursacht, sondern auch langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.

„Antibiotika unterscheiden nicht zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien, was das Mikrobiom beeinträchtigen kann“, erklärt Prof. Ouwehand.

Studien zeigen, dass das Mikrobiom nach einer nur siebentägigen Antibiotikatherapie bis zu zwölf Monate benötigt, um sich zu regenerieren – und in manchen Fällen nicht gänzlich wiederhergestellt wird.

„Nach einer Antibiotikabehandlung stellt sich die Diversität des Mikrobioms oft nicht vollständig wieder her, was langfristige Gesundheitsrisiken bedeuten kann“, warnt der Experte.

Ihre Lösung: Probiotika als Begleiter

Hier können Probiotika einen entscheidenden Unterschied machen. Sie unterstützen das Mikrobiom während und nach der Antibiotikatherapie und können sowohl die Verträglichkeit als auch die Regeneration fördern.

„Durch den gezielten Einsatz von Probiotika kann das Mikrobiom stabilisiert werden, was Nebenwirkungen verringert und die Verträglichkeit verbessert“, betont Prof. Ouwehand.

Doch nicht jedes Probiotikum ist geeignet.

„Die Auswahl der richtigen Probiotikastämme ist entscheidend und sollte auf gründlicher Forschung und bewährten Ergebnissen basieren“, erklärt er weiter. Eine fundierte Empfehlung sorgt nicht nur für die gewünschte Wirkung, sondern stärkt auch das Vertrauen Ihrer Kund*innen in Ihre Beratung.

Innovall® AB+: Ihre Empfehlung in der Apotheke

Ein Probiotikum, das speziell für die Begleitung einer Antibiotikatherapie entwickelt wurde, ist Innovall® AB+. Es enthält vier sorgfältig ausgewählte Bakterienstämme:

  • Bifidobacterium lactis Bi-07®
  • Bifidobacterium lactis Bl-04®
  • Lactobacillus acidophilus NCFM®
  • Lactobacillus paracasei Lpc-37

Klinische Studien mit über 500 Patient*innen zeigen, dass Innovall® AB+ signifikant die Häufigkeit und Schwere von antibiotikaassoziierten Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen reduzieren kann. Zudem unterstützt es die Regeneration des Mikrobioms und fördert die Stabilisierung des Gleichgewichts während der Antibiotikatherapie.

Tipps für Ihre Beratung in der Apotheke

Setzen Sie auf Probiotika als Plus zu Antibiotika und machen Sie das Thema Mikrobiom zu einem festen Bestandteil Ihrer Beratung:

  1. Bewusstsein schaffen:
    Viele Patient*innen sind sich der möglichen Nebenwirkungen von Antibiotika auf das Mikrobiom nicht bewusst. Eine kurze, verständliche Erklärung hilft, das Vertrauen in Ihre Beratung zu stärken.
  2. Antibiotika immer mit einem Probiotikum kombinieren:
    Weisen Sie Ihre Kund*innen darauf hin, dass ein Probiotikum die Verträglichkeit der Therapie deutlich verbessern kann. Innovall® AB+ ist hierfür eine gut untersuchte und wirksame Wahl.
  3. Fragen Sie gezielt nach Beschwerden:
    Wenn Kund*innen bereits über Durchfall oder Bauchschmerzen klagen, ist es nicht zu spät, ein Probiotikum zu empfehlen. Probiotika wie Innovall® AB+ können auch bei bestehenden Beschwerden die Symptome lindern und die Regeneration fördern.
  4. Die richtige Einnahme erklären:
    • Während der Antibiotikatherapie: 1 Kapsel Innovall® AB+ täglich, am besten im Abstand von mindestens zwei Stunden zur Einnahme des Antibiotikums.
    • Nach Abschluss der Therapie: Fortsetzung der Einnahme für weitere sieben Tage, um das Mikrobiom beim Wiederaufbau zu unterstützen.
  5. Geduld bei der Regeneration des Mikrobioms vermitteln:
    Erklären Sie Ihren Kund*innen, dass sich das Mikrobiom nicht sofort erholt. Mit Probiotika können sie den Prozess jedoch deutlich unterstützen und langfristige Folgen wie erneute Infektionen oder Verdauungsprobleme vorbeugen.

Experteninterview: Dr. med. Axel Enninger über die Mikrobiota und deren Einfluss auf die Kindergesundheit

19.11.2024 // Lesezeit ca. 5-6 Minuten

Die Mikrobiota ist ein entscheidender Faktor für die kindliche Entwicklung und Gesundheit. Von der Geburt an beeinflusst sie das Immunsystem, die Verdauung und sogar das Risiko für chronische Erkrankungen. ApothekerInnen und PTAs können Eltern durch gezielte Beratung wertvolle Unterstützung bieten, um die Mikrobiota ihrer Kinder gesund zu halten. In diesem Interview erklärt Dr. Axel Enninger, ärztlicher Direktor der Pädiatrie 2 am Olgahospital des Klinikums Stuttgart, die Bedeutung der Mikrobiota und gibt Einblicke, wie Eltern aktiv zur Darmgesundheit ihrer Kinder beitragen können. Begleitend finden Sie praktische Tipps für Ihre Beratung am HV-Tisch.

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Warum ist das Mikrobiom gerade bei Kindern von Bedeutung?
„Das Mikrobiom umfasst die Gesamtheit der Mikroorganismen im menschlichen Körper – im Darm leben die meisten davon. Dieses Ökosystem ist bei Kindern besonders wichtig, da es in den ersten Lebensjahren die Grundlage für ein stabiles Immunsystem, eine gesunde Verdauung und eine ausgeglichene Stoffwechselregulation legt,“ erklärt Dr. Enninger. Besonders in den ersten 1000 Lebenstagen formt sich die Darmmikrobiota und beeinflusst langfristig die Gesundheit.

Beratungstipp: Eltern können unterstützt werden, ein gesundes Mikrobiom zu fördern, indem sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung und den bewussten Umgang mit Antibiotika achten. In der Apotheke können Sie auf Probiotika hinweisen, die gezielt die Darmgesundheit stärken und das Immunsystem unterstützen.

Wie entwickelt sich die Mikrobiota bei Kindern?
„Bei der Geburt ist der Darm des Neugeborenen nahezu steril. Erst durch die Besiedelung mit Keimen aus dem Geburtskanal, der Haut der Mutter und der Umgebung wird das Mikrobiom aufgebaut,“ erklärt Dr. Enninger. Entscheidend ist auch, ob das Kind vaginal oder per Kaiserschnitt geboren wurde.

Beratungstipp: Kaiserschnittgeborene Kinder können durch Probiotika eine gezielte Unterstützung erhalten, da die natürliche Besiedlung bei ihnen oft verändert ist. Informieren Sie Eltern über Produkte, die speziell für die ersten Lebensmonate entwickelt wurden und gezielt eine gesunde Darmflora fördern.

Welche Rolle spielt die Ernährung für das Mikrobiom?
„Stillen ist der Goldstandard, wenn es um den Aufbau eines stabilen Mikrobioms geht,“ betont Dr. Enninger. Muttermilch enthält bioaktive Substanzen wie Oligosaccharide, die das Wachstum gesundheitsfördernder Darmbakterien unterstützen. „Wenn Stillen nicht möglich ist, können Säuglingsnahrungen mit präbiotischen Zusätzen eine Alternative sein, um die Mikrobiota positiv zu beeinflussen.“

Beratungstipp: Eltern, die nicht stillen können, können Sie auf präbiotische Säuglingsnahrungen aufmerksam machen, die speziell auf die Bedürfnisse von Neugeborenen abgestimmt sind. Ergänzend können Probiotika empfohlen werden, um das Mikrobiom in dieser sensiblen Phase gezielt zu fördern.

Was sind die häufigsten Faktoren, die das Mikrobiom stören können?
„Antibiotika sind einerseits lebensrettend, können aber auch das Mikrobiom erheblich belasten,“ so Dr. Enninger. Eine unausgewogene Ernährung mit verarbeiteten Lebensmitteln und ein Mangel an Ballaststoffen sind weitere Störfaktoren.

Beratungstipp: Informieren Sie Eltern über die Möglichkeit, nach einer Antibiotikabehandlung Probiotika einzusetzen, um das Mikrobiom wieder aufzubauen. Besonders Kinder, die häufig krank sind, können von einer gezielten Unterstützung profitieren.

Welche Rolle spielen Probiotika in der Kindergesundheit?
„Probiotika können bei spezifischen Beschwerden hilfreich sein, etwa bei Koliken, nach Antibiotikatherapien oder bei Reizdarmsyndrom,“ erläutert Dr. Enninger. Studien zeigen, dass bestimmte Stämme von Probiotika die Darmflora stabilisieren und die Symptome lindern können.

Beratungstipp: Empfehlen Sie gezielt Probiotika mit nachgewiesener Wirksamkeit, insbesondere bei Babys mit Koliken oder älteren Kindern mit Verdauungsproblemen. Eltern sollten wissen, dass es spezialisierte Produkte gibt, die auf bestimmte Beschwerden abgestimmt sind.

 

Gibt es Unterschiede zwischen Stadt- und Landkindern?
„Studien zeigen, dass Kinder, die auf dem Land mit häufigem Tierkontakt aufwachsen, seltener an Allergien leiden als Stadtkinder,“ erklärt Dr. Enninger. Der sogenannte „Farm-Effekt“ wird auf die vielfältigere Mikrobiota in ländlichen Umgebungen zurückgeführt.

Beratungstipp: Stadteltern können durch die Gabe von Probiotika eine gezielte Unterstützung bieten, um das Mikrobiom ihrer Kinder zu fördern. Weisen Sie auf Probiotika hin, die das Immunsystem stärken und den Mangel an natürlicher Mikrobenvielfalt in der städtischen Umgebung ausgleichen können.

Können Probiotika präventiv eingesetzt werden?
Dr. Enninger sieht für gesunde Kinder ohne Beschwerden keinen routinemäßigen Bedarf. Dennoch können Probiotika in bestimmten Situationen präventiv sinnvoll sein, etwa bei Infektanfälligkeit oder in stressreichen Phasen wie dem Schulstart.

Beratungstipp: Eltern können auf den präventiven Nutzen von Probiotika aufmerksam gemacht werden, besonders wenn Kinder häufig krank sind oder sich in Belastungssituationen befinden. Stellen Sie Präparate vor, die speziell für Kinder entwickelt wurden und deren Wirksamkeit belegt ist.